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2. Kapitel: Der Büchermarkt.
aus dem Gcbict des Zeitungsuntcruchmcns verdrängt worden wäre.Einige der gedruckten Wochenzeitungen dieser Zeit sind kaum ein Jahrlang erschienen; von kurzem Bestände waren fast alle. Nur einige sind vonlanger Dauer gewesen: die Braunschweiger (seit etwa 1620) ist noch1659, die Straßburger (1609) noch 1649 nachweisbar und hat wahrschein-lich bis zum Ende des Jahrhunderts bestanden; die Magdeburger (1626)bestand bis ins 18. Jahrhundert, und später hat sich aus ihr die jetzige„Magdcburgische Zeitung" entwickelt; neben ihr ist es nur die gegen-wärtige „Augsburgcr Abendzeitung", die bis in diese Zeit zurückreicht(1627; oder schou früher?). Auf den Buchhändler aber in seinervollen Untcrnehmerthätigkeit auf diesem Gebiete wirft ein erwünschtesSchlaglicht ein gedruckter Ankündiguugsbricf — schon die Existenz einessolchen gehört selbst dazu — Schdnwcttcrs in Frankfnrt a. M. vomJahre 1620. Er gab eine gedruckte Wochenzeitnng heraus; dieNummer kostete einen Kreuzer oder im billigsten Falle das Buch40 Kreuzer (sie war also mindestens viermal so billig wie die ge-schriebene Fuggcrzeitung). Er gab feruer geschriebene Zeitungen heraus.Er lieferte weiter „Particularitätcn" und Geheimnisse (Separatnachrichten,die wegen ihres intimen Charakters abgesondert wurden), die er vom kaiser-lichen Hofe, von königlichen und fürstlichen Höfen und ihren Räten inziemlicher Anzahl erhielt: er besaß also ausgedehnte und wertvolle Ver-bindungen. Er vermittelte endlich den Bezug ausländischerBlätter: füreinen Preis von 20 Gulden jährlich lieferte er alle Zeitungen, ober- undniederländische, italienische, französische und englische. Fügen wir hierzunoch einige Sätze aus den Vorworten eines Öttinger Buchdruckers zuden Jahrgängen 1627 und 1631 seiner Nürnberger Wochcnzeitung. DieNatur des Menschen, sagt er, finde besondern Gefallen an neuenZeitungen. Die gewöhnlichen geschriebenen Avisen seien aber bei weitemschwieriger und langsamer zu lesen, als gedruckte, und deshalb habe erseinem ordentlichen Berufe gemäß sich vorgesetzt, die wöchentlichen Zeitungendes Jahres auch forters unter seine Presse zu nehmen. Er versprach,alle aus Hoch- und Nidcr Teutschland, Frankreich, Italien , Hispanien,Engelland, Holland, Österreich, Hungern, Böhemb, Polen , Prenssen,Schwecden, Sibenbürgen, Türkei ) und andern Orten der Welt ihm zurHand kommenden geschriebenen Exemplare aufs treulichste im Druckzu veröffentlichen: er bezeichnete damit seine Zeitung als ein Blatt