Wandlung in der Ausstattung. Deutschsprachliche Litteratur 1700—1740. 69
Größe; ja wir bemerken in Druckereitaxen schon des endenden 17. Jahr-hunderts, wie die verzierten Initialen und Leisten in den Hintergrundzu treten beginnen'"; die rot und schwarzen Titel kommen mehr undmehr ab. Was den Einband betrifft, so interessiert uns an dieser Stelledurchaus nicht der Einband des gutgestellten Hofbuchbinders, die Ent-wickclung dcö von reichen Liebhabern veranlaßtcn Kunsteinbands; unöist dies das Wesentliche, daß wir von der vor unserm Zeitraum liegendenPeriode her in die nach ihr liegende hinein den großen Zug vom Holz-deckel- und Pergament- zum Halbfranz- und Pappband vor uns sehen,d. h. eine Zunahme der Handlichkeit und Billigkeit des Einbands, mitder Zunahme des Büchcrgebrauchs in Wechselwirkung stehend.
Und welches Bild bietet nun die Geschichte des Buchermarkts der erstenvier Jahrzehnte des 18. Jahrhunderts, wenn wir zunächst die Zusammen-setzung der allgemeinen Klasse deutschsprachlicher Produktion weiterverfolgen?Die Meßkataloge von 1701, 1710, 1720, 1730 und 1740 verzeichnen:
TcutscheHistorische, Politische,Geographische, Poetischeund Kunstbücherv»
Leipziger
Ostermeßkatalog 1701 . . .
47
33
1710 . . .
98
149
1720 . . .
63
143
1730 . . .
75
1S7
1740 . . .
80
233
Im Ostermeßkatalog 1740 sind 207 lateinische Werke, 242 theologischeSchriften in deutscher Sprache; 76 deutsche juristische und medizinischeSchriften und 235 deutsche Schriften der allgemeinen Klasse verzeichnet.Die Gegenüberstellung der Gliederung des Büchermarkts um die Mitteund am Ende unserer Periode ergibt also folgendes Bild: