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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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144 4. Kapitel - Die Entwickelung der Leipziger Büchcrmcssc bis zum 3Vjnhr, Kriege.

Naumburgcr Messe stark besucht. Aber die Leipziger Buchhändler ließenin den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts mit ihrem Verlag undSortiment auch die großen Märkte in Posen und Breslau der Brückezum Verkehr nach Polen, Ungarn und Siebenbürgen bereisen, inWestfalen hatte Blasius Salomon im Jahre 1529 hundert Guldenausstehen, und im Nordosten erreichten ihre geschäftlichen BeziehungenDanzig . Das AssociationSwcscn trieb üppige Blüten: PantzschmannsBuchhandel hatte Verlagslagcr in Wittenberg und Prag . Und ansässigereine Buchführcr lassen sich für die Jahre 14811530 nicht wenigerals 46 in Leipzig nachweisen.

Wie die Händler anderer Handelszweige, so folgten auswärtigeBuchhändler auch auf der Leipziger Messe dem namentlich in den Zeitenunentwickelterer Verkehrsverhältnisse üblichen Gebrauche, nichtvcrkaufteWaren bis zur nächsten Messe auf dein Mcßplatze niederzulegen. Danebenzeigten sich aber andere Gestaltungen einer beginnenden buchhändlerischenVertretung an dem für den Büchcrvertricb wichtigen Meßplatz: in derForm des Kommanditenwescns und des Kommissionsvcrtricbs. Erinnernwir uns, daß das Kommanditcnwcscn schon mit den ersten Jahrzehntendes 16. Jahrhunderts die Bahn seiner rückläufigen Entwickclung dort ein-zuschlagen beginnen muß, wo, wie in Leipzig , ein Stand ansässigerDruckervcrlcger und reiner Buchführer sich immer stärker zu entwickelnbeginnt. Langsam und allmählich verschieben sich solche Verhältnisse. Von1512 an, vcrfolgbar bis zum Jahre 1524, hatte die Kölner GesellschaftGottfried Hittorps und Ludwig Horuckcns, um die Wende des drittenJahrzehnts hatten drei Wittcnbcrgcr Buchhändler in Leipzig stehendeÄommanditen. Allein schon begann in Städten eigener Entwickclungseßhaften Buchhandels der Widerstand gegen solche dem Geiste desZunftwesens und des örtlichen Gewerbeschutzes widerstreitende Ein-richtungen und damit der Übergang vom ^ommanditcu- zum Kom-missionswcscn. Das Beispiel eines gleichsam in das Gewand desKommissiousführcrs gekleideten Kommanditisten bietet um die Wendedes ersten Jahrzehnts der Baseler Buchführcr Bernhard Keßler. Erwar selbständiger Buchführcr; und cr vertrieb in Kommission die Artikelfremder Verleger. Er hielt aber von seinem Kommissionsgut vonJohann Schöffer, dem Sohne Peter Schöffcrs, und aller Wahrscheinlich-keit nach zugleich von andern Verlegern, so daß wir hierin die Andeutung