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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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146 4,Kcipitel: DieEntwickclung derLeipzigerBüchermessebiszum30jähr.Krlegc.

seitdem die Leipziger Messe von Johann Rynmann nicht mehr personlichbesucht: die Vertretung ging in dem genannten Jahre auf den Leipziger Buchführer Blasius Solomon über, der vorher Reiscdiener bei Nymnanngewesen zu sein scheint: dieser muß also die volle Vertretung RynmannSgehabt haben. Peter Clement aber war, nachweisbar für den Zeitraumvon 1516 bis 1532, Kommissionär der Koberger.

An eine eigentliche buchhnndlerischc Auslieferung, den Kern- undHcrzpunkt der neuzeitlichen Bedeutung des Kommissionärwesens, alsonamentlich zwischen den Messen, ist dabei nicht zu denken. Um einesolche Auslieferung handelte es sich den vorliegenden Zeugnissen nach

wir werden solchen alsbald begegnen in der Hauptsache nurgegenüber dem Publikum; wenngleich es schwer sein würde, anzunehmen,daß sich der Buchhändler der engeren Leipziger Mcßsphärc in einzelnenBedarfsfällen der gleichen Quellen, die er so gut kannte, nicht auch inder gleichen Weise bedient hätte, wie der Büchcrkäufer. Aber: selbstdamit wurde der Kommissionär nicht der Vermittler buchhändlerischenGeschäftsgangs, des Bücherbezugs innerhalb des Buchhandels. Er er-scheint in dieser Hinsicht als Großsortimenter. Seine besondere Rollein der Organisation des Buchhandels aber bestand darin, daß er denKommittenten in dem üblichen persönlichen Meßhandel vertrat, sowie inalledem, was die Besorgung des Lagers, von der Empfangnahme neuerMcßscndungen an, betraf. Nicht eine ihn zu durchbrechen beginnendeFortbildung, sondern nur eine ihn immer vollständiger ermöglichende Aus-bildung des persönlichen Meßhandels ist an sich dieses Kommissionswcscn.

Die Bezeichnung Kommissionär aber kommt damals, und noch lange,lange nachher nicht vor. Einer besonderen technischen Bezeichnung nochentbehrend, wurde das Verhältnis, seine nahe Ursprungsbeziehung zumKommanditen- und Reisewesen deutlich genug verratend, so ausgedrückt, daßder auswärtige Verleger Gewalthaber, Herr, Prinzipal, der Bevoll-mächtigte Diener, Diener seines Herrn, Faktor genannt wurde, auchwenn er selbständiger Geschäftsmann und Bürger war.

Die Jahrzehnte der Reformation waren für Buchhandel und Buch-messe Leipzigs einer Stadt zu Beginn des 16. Jahrhunderts etwa von9000, um das Jahr 1530 von 12000 Köpfen" keine günstige, wieunendlich viel auch das buchhändlerischc Leipzig neben seiner Stellung alsMittelpunkt binucudeutschen Verkehrs der Bewegung gerade dieser Zeiten