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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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152 4. Kapitel: Tic Entwickelimg derLeipzigerBücherinesse bis zuin3vjähr. Kriege.

dcrung deutlicher eingetreten wäre. Waren in der Friihzeit für denWittcnberger Buchhändler Frankfurt, für den Baseler Leipzig besondersansehende Märkte, die er wie andere besuchte, so wurde nun für dendurchschnittlichen Buchhändler desReichs" Frankfurt , für den Mittel-und Ostdeutschlands Leipzig zum eigentlichen Haudelscentrum, undzwischen beiden stellten die Großbuchhändler die Verbindung her. Dasletztere zeigen deutlich die Leipziger Gcleitsbricfc dieser Zeit. Regel-mäßig wurde die Frankfurter Messe nur von den großen Leipziger Hand-lungen besucht; die kleineren gingen nur gelegentlich dahin und bliebenfort, sobald sie sich, wie meistenteils der Fall, beim Einkauf die Fingerverbrannt hatten. Nach den Gelcitsbriefcn zogen zur Herbstmesse 1595nur: Henning Große, Thomas Schürcr, Valentin Vögelin, Bartel Voigtund Jacob Apel; zur Fastcnmesse 1631: Henning Große d. Ä., ThomasSchürers Erben, Caspar Kloscmann (für Bartel Voigt); zur Herbstmesse1621: Henning Große d. Ä. Erben, Bartel Voigt, Thomas SchüreröErben cc Konsorten, Elias Nchefeld <K Konsorten. In der Herstellungdieser Verbindung war Leipzig mit seinem Meßbezirk das abhängigeGlied, weil es der Bücher notwendig bedurfte, die in der Stadt, in derdie Verleger Antwerpens, Basels, Lyons und Venedigs zusammentrafen,auf die Messe gebracht wurden; jetzt, wo jene anfänglichen Verhältnisseimmer mehr abklangen, tritt deutlich das von jenen Erscheinungen be-freite Verhältnis zu Tage, daß die Frankfurter die Leipziger erwarte»,die Leipziger, derenausländische" Bücher für einen gedeihlichen Sorti-mcntsbetricb unentbehrlich waren, nach Frankfurt kommen, um sich dortneues zu schaffen". Nachdem Sigismund Feycrabcnds Gesellschafts-vcrhältnis mit Simon Hütter gelöst war, dieser vorläufig nicht mehrnach Leipzig ging resp. Schulden halber nicht gehen durfte, muß auchFcycrabcnd die Leipziger Messe unbeachtet gelassen haben; nur einmal,im Jahre 1576, scheint er persönlich dort erschienen zu sein, NicolausBasse nur in den Jahren 1582 und 1592, während Paul Brachfeldbei seinem Besuch nur den veraltenden Vertrieb durch Wandcrlagcr imAuge gehabt zu haben scheint, seinen Zweck aber in Leipzig nicht er-reichte. Im übrigen erwarteten Frankfurt a. M. und der gesamte west-uud süddeutsche Vcrlagshandcl, auf seine überwiegende Bedeutung pochend,die Leipziger Buchhändler und ihr Gebiet (den gesamten Osten) auf derFrankfurter Messe. Selbst wenn die Frankfurter und Süddeutschen