158 4.Kapitel: Die EiitwickcluiigderLeipzigerBüchermcsscbiszum30jähr. Kriege.
feil, unter dem Vorgeben, daß die Hälfte daran sein eigen sei; undebenso unterstand sich — so heißt es in der Beschwerde der Leipzigerdarüber — in der Mitte der neunziger Jahre des 16. JahrhundertsAbraham Lmnbcrg, für sich und für den Buchdrucker Hans Rhambau ausGörlitz eine Buchhandlung anzurichten und einen offenen Laden zu halten.Die Natur der Kommissiousverhältnisse wird im übrigen am einfachstendeutlich, wenn wir uns einige der Fälle, wie sie uns aus den letztenJahrzehnten des 16. und dem Anfang des 17. Jahrhunderts überliefertfind, vergegenwärtigen. Der Leipziger Buchführer Hieronymus Jordanbesorgte um 1570 die Kommissionen von Christoph Schramm in Witten-berg . Bei Jordan besand sich Schramms Lager. In den Jahren 1571und 1572 hatte er die Schramm abgepfündetcnBüchcrmasscn auszuhändigen.Henning Große erhielt 1599 von Theobald Schönwcttcr in Frankfurt a. M.20 Exemplare eines Schönwetterschcn Verlagsartikels „übersendet undvertrauet", um sie Barchel Voigt in Leipzig „zuzustellen". Der Gör-litzcr Buchdrucker Hans Rhambau besuchte die Messen nicht regelmäßig,sondern überließ den Meßvertrieb seines Verlags andern Buchhändlern;eine Gepflogenheit, die auch andere Buchhändler übten; der Verlagwurde dabei sogar zum Teil uutcr der Firma der Konimissionäre indie Meßkatalogc aufgenommen. Rhambau sandte, in den Jahren vorund nach 1600, von Messe zu Messe Exemplare von allerhand Büchernseines Verlags an den Leipziger Buchführer Barchel Voigt, und Voigtverkaufte sie für ihn, teils auf der Leipziger, teils auf der FrankfurterMesse . Man kann diese Beziehung mit der Besorgung einer Art vonAuslieferungslager vergleichen. Die verschiedenen Seiten des Kommissions-verhältnisscs bestanden demnach in der Verwaltung ständiger auswärtigerLager, in der Weiterbeförderung buchhändlcrischer Sendungen, im Ver-kauf der Koinmissionsartikel auf den Leipziger und andern Messen; derKommissionär vertrat den Kommittenten der Behörde und dem Buch-handel, nebenbei zweifellos auch dem Publikum gegenüber. Wir fandenschon oben, daß Finckelthaus vielleicht Kommissionär mehrerer Kommit-tenten gewesen ist, gewissermaßen nach Verkauf seines Verlags- undSortimcntsgcschäfts eine Art von Kommissionsgeschäft wcitcrbctrieb.Solche Fülle der Vertretung mehrerer Kommittenten durch einen Kom-missionär müssen öfters vorgekommen sein. Hans Hüffel, genanntMauser, scheint nicht nur, als er noch Diener Johann Setzers (Scccrius')