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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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164 4- Kapitel: Die Entwickcluna, der Leipziger Büchermessc bis zum Mjähr, Kricge.

Weg, den der Leipziger Buchhandel gegangen ist, ist vielmehr der, daßer sich durch wertvolleren eigenen Verlag den Frankfurter Verkehr ertrag-reicher und günstiger gestaltete, seinem eigenen Mcßbczirk aber den Frank-furter Meßbcsuch dadurch immer weniger notwendig zu machen suchte,daß er ihm die Frankfurter Mcßneuigkciten in Leipzig vollständig zurVerfügung stellte und ihm jährlich einen Leipziger Meßkatalog in dieHand gab, nach dem jeder, Buchhändler und Buchkäufcr, wählen undbestellen konnte.

In der erstcrn Richtung waren seit den fünfziger Jahren die AndreasHeil, Conrad König, Lorenz Finckelthaus, Jacob Apel d. Ä., ErnstVogelin am Werke. Jetzt standen, das Werk der Vorgänger fortsetzend,im Mittelpunkte des Leipziger Buchhandels Jacob Apel d. I. (158016M, der Nachfolger Jacob Apcls d. Ä.; Thomas Schürcr (seit1594); Bartel Voigt d. Ä., der Nachfolger Andreas Heils; ChristophCllingcr. Der Chorführer aber war Henning Große , am 14. August1553 als Sohn eines Halbcrstädter Ratsherrn geboren, vom Jahre 1566an Lchrjungc und dann Diener bei Conrad Konig, dessen Geschäft ernach dessen Tode im Jahre 1576 übernahm, zu Beginn der neunzigerJahre Mitglied des Leipziger Rats. Er starb am 10. November 1621;sein Sohn Gottfried wurde sein Nachfolger; dann hat die Handlungunter der Firma Grossischc Erben weiterbestanden, bis sie im Jahre 1759Natt). Sigism. Frommann, Direktor der Buchhandlung des ZüllichaucrWaisenhauses, von I. H. Beyer in Leipzig ankaufte." Henning Große hat die zweite der oben angegebenen Aufgaben erfüllt: er hat der LeipzigerMesse ihren Meßkatalog gegeben.

Der erste Leipziger Meßkatalog erschien zur Michaeliomessc 1594.Über die Gründe, die ihn bewogen, das Unternehmen ins Leben zu rufen,hat sich Große selbst ausführlich geäußert; und es ging danach die Ver-anlassung dazu teils von den Buchhändlern Nordostdcutschlands, teilsunmittelbar von den Kundenkreisen derselben Sphäre aus. Die Buch-händler in Frankfurt a. O., Wittenberg, Dresden, Görlitz , Halle undandern Orten stellten ihm ihre Titel zu und begehrten, daß er dieBücher auch führe, damit sie von denen, die sie zu verkaufen wünschten,mit Hilfe der Verzeichnisse gewiß bei ihm zu bekommen seien; an dieBuchhändler Preußens, Polens, Schlesiens, Böhmens , Sachsens u. s. w.mußte er die Verzeichnisse verschicken: und so habe er denn, fährt Große fort,