Wirkung des BuchlMdlcrprotests. Ende des Frankfurter Meßkatalogs. 253
Nachdrucke sächsisch privilegierter Bücher niemals anerkannt worden seien,sondern auch desfalls gegen die Inhaber kaiserlicher Privilegien mit Konfis-kation und Privilegstrafe vorgegangen worden sei. So würde man natür-lich auch in diesem Falte verfahren sein, wenn nur Gleditschs Privilegnicht erloschen gewesen wäre. Dazu aber erklärte die Bücherkommission,musterhaft für Dresden , wo man sich trotz aller schönen Gesetze zu solcherÜbung noch lange nicht aufzuraffen wagte: daß das keinen Unterschiedmache; denn Gleditsch habe die Bücher vom Verfasser mit schweren Kostenerhandelt und seitdem ununterbrochen verlegt, „folglich das wahre Eigen-thum daran erlanget, welches ihm durch den von einem andern unter-nommenen Nachdruck nicht so schlechterdings entzogen werden" könne,wie denn das die Buchhändler zu Ostern 1736 anerkannt hätten. Daswar die in Dresden unbekannte Sprache der Februarverordnung vomJahre 1686.
Noch um die Wende des 17. Jahrhunderts sah man in Dresden den Frankfurter Mcßkatalog als den eigentlich maßgebenden an. Wieschnell sollte er nun sein Ansehen verlieren, dem Siechtum, ja baldgänzlich dem Tode verfallen! Allerdings, der Name der FrankfurterMesse war mit so altehrwürdigcn Traditionen verbunden und nament-lich mit der Institution des Meßkatalogcs so innig verknüpft, daß, wie-wohl die Großesche Handlung schon 1695 sagte, sie sei an den Frank-furter Katalog schlechterdings weder verbunden noch verwiesen, dennochder Titel der Leipziger Meßkataloge nach wie vor, ja über das Bestehendes ganzen Frankfurter Mcßkatalogs hinaus die Frankfurter Messe ,und zwar an erster Stelle nennt. Schon in den ersten Jahrzehntendes 18. Jahrhunderts aber ließen viele Verleger ihre Artikel in denFrankfurter Meßkatalog nicht mehr einrücken. Deutlich prägt sich dieimmer geringere bibliographische Bedeutung, die man dem Frankfurter ,die immer steigende, die man dem Leipziger beimaß, in der Zahl derMcßkataloge aus, die sich gegenwärtig noch auffinden lassen.^ Sindvom Leipziger Katalog, der lückenlos erhalten ist, seit den sechziger Jahrendes 17. Jahrhuuderts von jeder Messe durchschnittlich etwa sechs bissieben, seit den dreißiger Jahren des 18. etwa zehn, seit den vierzigeretwa zwölf aufbewahrt worden, so vom Frankfurter seit den dreißigerJahren des 17. Jahrhunderts etwa vier bis fünf, seit den fünfzigeretwa drei bis vier, seit den neunziger etwa zwei bis drei. Im 18. Jahr-