Leipziger Buchhäudlerviertel. Mcßunkosten. Ankunft auf der Messe. 265
Seclfisch 1613 50 Gulden.^ Himburg zahlte 1767 für ein Gewölbe70 Thaler und fand den Preis ziemlich teuer. ^ Sehr umfänglich mußdas Gewölbe nebst Schreibstube und Kabinett gewesen sein, für das dasHallcsche Waisenhans van 1732 bis 1770 jährlich 160 Thaler, in densiebziger Jahren 140 Thalcr, dann 120, von 1796 bis 1801 wieder 160Thalcr, bis 1806 200 Thalcr und bis 1809 230 Thaler zahlte^"; dennfür die „sehr schönen und großen" Gewölbe im Gewandhaus wurden imletzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts doch nur 80—100 Thaler be-zahlt, und uur die üppigsten der fremden Verleger, die ganze Stockwerkefür sich mit Beschlag belegten, zahlten dafür 150—200 Thaler." Wemder Durchschnittspreis vou 40 bis 60 ReichSrhalern zu hoch war, derverzichtete auf einen besondcrn Laden und legte sein „Krümchen" auf einer„gelegenen Stube", in seiner Wohnstube cms.'^ In mancher Hinsicht wardas vielleicht angenehmer als der Aufenthalt im Gewölbe; denn waren dieVerhältnisse auch längst nicht mehr solche wie im 16. Jahrhundert, indem man gelegentlich mit einer Waschküche als Gewölbe vorlieb nehmenmußte, so war doch der Fall, daß man eine Insinuation nicht unter-schreiben konnte, weil die Tinte eingefroren war (Ncujahrsmcsse 1655),noch für die Verhältnisse des 18. Jahrhunderts nicht so unbezeichnend:bis zum Eude des 18. Jahrhunderts waren die Gcschäftslokcile unhciz-bar — höchstens in der öfters vom Gewölbe abgetrennten „Schreib-stube" tonnte man sich eines wärmenden Feuers erfreuen. Eine in einemsüddeutschen Buchhändlcrblatt der neunziger Jahre des 18. Jahrhunderts an-gestellte Schätzung veranschlagt die Leipziger Mcßunkosten auf 200 Thaler.Die Angabe mag für eine bedeutendere Firma in weiterer Ferne vonLeipzig von der Wahrheit kaum wesentlich entfernt sein, wenn manbedenkt, daß in der Meßrechnungsaufstcllung dcs Faktors der Weid-mannschen Firma vom Jahre 1753 die Frankfurter Mcßuukostcu mit125 Thaler 16 gr. 4 Pf. auftreten, daß Umsatz uud Preise im allge-meinen gestiegen und in Leipzig im allgemeinen höher waren. Die Buch-händler trafen später ein als die andern Kaufleutc, die näher wohnenden— von Halle, Gotha, Erfurt u. s. w. — später als die eutferutcrn, dieJenaer später als alle übrigen, gewöhnlich erst iu der zwcitcn Mcßwoche.In älterer Zeit mußtc, wer pünktlich sein, die Zeit auskaufen und nichtsversäumen wollte, spätestens einige Tage vor Jnbilate zur Stelle sein.Gegen Ende des 18. Jahrhunderts war an Stelle des JubilntesouutagS