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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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6. Kapitel: Der Buchhandel,

bcy jhm zu bekommen sein." Nicht nur weist das Vorwort ausdrücklichauf die auf der Messeteils eingekauften, teils eingetauschten" Bücherhin, sondern die Kataloge selbst enthalten Sortimentsartikcl; sie sind miteinem * ausgezeichnet. Die in Großes Verlag künftig erscheinendenArtikel sind mit dem Zeichen bezeichnet; später tritt dafür das

Zeichen H ein.

Wir sehen schon hier den gedruckten Meßkatalog im Kleinen, denlokalen Spczialmcßkatalog. Dem Geschäftsbetrieb einer einzelnen Buch-handlung zu dienen, diese und keine andere Bedeutung hatte ja derMeßkatalog selber bei seiner Begründung gehabt:Mvormn Udrornm<M08 nunckinae imtumnales veimlös exliidnernnt, L^talogns. LoswMet venale» exiwsiti ^ugnswe in oküeina I^idraria (^eorgi^j VviUsri^,so heißt es auf dem Titel des ältesten Meßkatalogs. Der offizielleCharakter, den er erhielt, der Umstand, daß die Buchhändler ganzDeutschlands ihre Titel an ihn einsandten, enthob ihn mehr und mehrund endlich ganz dieser privaten Sphäre. Wie der Mcßkatalog dieGesamtproduktion aufführte, so verzeichneten die Spczialkataloge denfertigen und künftigen Verlag der einzelnen Handlung und das Sor-timent, das ihr speziell die Messe eingebracht hatte.

Und schon finden wir einzelne Kataloge, in denen das Sortimentund der Anschluß an die Messe das Übergewicht erhalten und deshalbauch sogar schon zu einer der des Mcßkatalogs gleichen Regelmäßigkeitdes Erscheinens führen. Der erste vorliegende dieser Kataloge, die nunnicht mehr Sortiment aufnehmende Verlagökatalogc, sondern reine Sor-timents-, und zwar Meßsortimentskataloge sind, ist das Verzeichnis allertheologischen, juridischen, medizinischen, historischen, poetischen und derfreien Kunst und anderer Bücher, deutscher und lateinischer, die in desHeidelberger Matth. Harnisch Buchladen zur Herbstmesse 1575 zu feilemKaufe zu finden waren; der erste regelmäßig erscheinende Simon Halb-maycrs in Nürnberg Newe Bücher von der Frankfortcr Fastenmeße undvom Leiptziger Ostcrmarck, 1623 beginnend: in den beiden ersten Jahrennur Anschlagblättcr im ersten auf einseitige Makulatur gedruckt,von 1624 an in Quarthcftcu; bis 1630 vorliegend. Ein ebensolcherKatalog von Jeremias Dümlcr in Nürnberg , 1632/33; Wolfgang Endtcrsin Nürnberg Newe Bücher Franckfortcr Hcrbst-Mcß, Anno 1639"geht wieder auf die Anschlagsform zurück. Auch das Ausland stützte