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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Sortimentskatalog,

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sich zum Teil in derselben Weise aus den Meßkatalog: so Meietti inVenedig (Herbstmesse 1621) und Nich. Whirakcr in London (Herbst-inesse 1645). Ein anderer Typus des Sortimentskatalogs liegt inim nicht ausdrücklich auf die Messe zurückgreifenden Bücherkatalogenvon je fünf Bogen des Lübeckers Lorenz Alberti"" von 1591 und von1599 (für Lübeck und Rostock) vor; endlich datiert vom Jahre 1622der erste Sortimentsfachkatalog: das erste Musikalicnlagcrverzeichnis, vonGeorg Willer d. I. in Augsburg .

Andrerseits finden sich Frankfurter Kataloge, die nicht den auf derMesse neu erworbenen Bücherbestand verzeichnen, sondern vor der Messeerschienen: teils in Anschlagform, wie ein Bogen der zur Herbstmesse1587!" ^ Mc. Basses Druckerei verkäuflichen Bücher, teils in Buch-form, wie Gottsr. Tampachs Quartvcrzeichnis von Büchern frankfurtischenund auswärtigen Verlags (mit Angabe der Vcrlagsorte) für die Herbst-messe 1631; Heinr. Kröner wußte zur Herbstmesse 1611 den Katalogaller zu dieser und den folgenden Messen in seiner neuen Offizin feilenBücher unmittelbar nn den Ratsmeßkatalog anzufügen.

Und heben wir noch eine bemerkenswerte Erscheinung hervor. Lages nicht nahe, Meßkataloge herzustellen, auf deren Titelblatt man untenPlatz für den Aufdruck der Firma frei ließ? Wir haben in der Thateinen solchen Katalog von der Fastenmcssc 1620. Es ist der vollständigeFrankfurter Meßkatalog, von demselben Satze abgezogen, mit dem vollenTitel samt Privileg und kaiserlichem Doppeladler; nur steht unten aufdem Titelblatt statt:^i^neokoiti j l^vis g.e LuMvIidus 4,g.wini", derVermerk:(jui vim'iHuö avud Imckovieuru König Lasilksnsem vknaiesIiadsntui'."

Eine besondere Stelle nahmen der Oporinsche Katalog vom Jahre1571, der Juntinischc vom Jahre 1604 ein: Kataloge, die speziell demVerkauf der Privatbibliothek und dem Ausverkauf des Geschäftslagender verstorbenen Inhaber dienen sollten.

Es ist nicht zufällig oder unbegründet, daß wir in der Verfolgungsowohl der Bibliographien als auch der Kataloge zunächst etwa mit demBeginne des Dreißigjährigen Kriegs abbrechen. Wie die deutsche Bücher-produktion, so hatte auch die deutsche Bibliographie mit Beginn des großenKriegs ihren vorläufigen Gipfelpunkt erreicht, fielen auch die Wasser

Geschichte des Deutschen Buchhandels. II. 2V