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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode / Johann Goldfriedrich
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6. Kapitel: Der Buchhandel.

Jahre 1587 ist nach den Formaten geordnet und hat nur für dieScholastikalia eine besondere Rubrik; die spätem Großeschen Kataloge aberzeigen die Fakultätcnordnung. Ein Helmstedter Katalog vom Jahre 1662ist nach Autoren geordnet; es folgen sich 30 Autoren, darauf Va-rmVariorum. In den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts begegnenmanche Sortimcntskataloge, die die alte Einteilung nach den Fakultäten fest-halten, aber, dem Zurücktreten der lateinischen Sprache entsprechend, latei-nische und deutsche Bücher darunter nicht trennen. Vom zweiten Drittel des18. Jahrhunderts an aber ist der Gebrauch herrschend, die Bücher durch-gehend alphabetisch anzuordnen. Anfangs trifft man zuweilen Kataloge,welche nach den Formaten ordnen. Auf das herrschende durchgehendalphabetische Verzeichnis folgen gewöhnlich in besonder» Rubriken ge-bundene Bücher <Mri comMcti), die meist nur einen kleinen Teil aus-machen, fremdsprachliche, gegen Ende des Jahrhunderts auch Journale,Kalender. Innerhalb des einen durchlaufenden Alphabets sind in einigendie anonymen Schriften, bald aber nach allgemeinem Brauch nicht nurdiese, unter besondern Haupttiteln zusammengefaßt, als: Abdankungen,Acta, Alchymische Bücher, Begebenheiten, Berichte, Bibel, Briefsteller,Catalogi, Catechetische Schriften, Chymische Werke, Chroniken, Eomctcn,Eomödien, Deduktionen, Elektrizität, Emblematische Schriften, Gärtnerei),Gebet- und Gesangbücher, Gedichte, Hausbücher, Gespräche, Jagdbüchcr,Jubelschriften, Kochbücher, Lebensbeschreibungen, Leichenpredigten, Lexika,Liebesgeschichte, Mathematische Schriften, Musikalische Schriften, Nach-richten, Poesien, Rechenbücher, Reisebeschreibungen, Roßarzneibücher,Sammlungen, Schauspiele.

Zuweilen gab eine Firma neben dem alphabetischen noch einen be-sondern sachlich geordneten Katalog heraus; so ließen Haude ^ Spencr,nachdem sie im Jahre 1753 ihren gewaltigen neuen Universalkatalogherausgegeben hatten, 1755 einen denselben Vorrat umfassenden Inäexirmtsriaruiu, d. h. nach Materien geordneten Katalog, folgen. Unterden Lagerkatalogen finden wir aber seit dem Ende des 17. Jahrhundertsauch Spezialkataloge. Bei Wolfgang Mauritius Endtcr in Nürnberg um nur die ältesten uns vorliegenden zu nennen erschien 1695ein lHat-aloZuL I^idrorum uieüieo - xuMeo - MAtuematieoi um, etwa1700 Nummern umfassend; Dulßecker in Straßburg ließ in denselbenJahren einen bcsondern Katalog seines französischen Lagers, in einzelnen