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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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6, Kapitel: Der Buchhandel.

zum Schluß gab er dann ein Register mit Autorcnverzeichnis (1748/50).Ähnlich hat übrigens auch die Buchhandlung zum goldnen Vließ in Wien ihren Bücherkatalog in 24 zwanglosen Heften erscheinen lassen (17601763); Groschusf in Leipzig gab 1700 den ersten, gleich mit derBezeichnung Katalog versehenen Bogen heraus und ließ dann zu jederMesse einen als Kontinuation bezeichneten in einheitlichem Alphabetfolgen (bis 1705).

Der geschäftliche Nutzen der Universalkataloge inuß ein sehr wesent-licher gewesen sein. Der Rüdigersche von 1725 erschien bis 1745 invier Auflagen; der Haudesche vom Jahre 1724 z. B. fand so guten Ab-gang, daß er sogar in Auktionen um einen ziemlichen Preis verkauftwurde. Innerhalb des Buchhandels erfreuten sich einige eines solchenAnsehens, daß z. B. I. L. Gleditschs LlMIogus sxotieoruill et msliorisnotÄS lidrorum, dessen erste Fortsetzung 1728 erschien (aus dem unsvorliegenden Exemplar des Hauptkatalogs fehlt das Titelblatt mit derJahreszahl), andern Buchhändlern als Lagerinventar diente, in die nurdie Preise handschriftlich eingetragen wurden.

Universal- und Meßsortimentskataloge mm gingen eine enge Ver-bindung ein, sodaß sie zusammen ein einheitliches Gefiige bilden. DerLagerkatalog, LawIoZus Vnivsi'salis (selten.- (ikneriüis) genannt, bildeteden Haupt-, Grund- oder Stammlatalog, und die Meßsortimentskatalogewurden als seineContinuationen" (zuweilen: Supplemente) bezeichnet.Sehr bezeichnend für den Charakter des deutschen Buchhandels: die regel-mäßigen halbjährlichen Neuerwerbungen waren ebenso viele regelmäßigeVermehrungen des Lagers. Und die Halvjahrskcitalogc waren ja in derThat, wenn man so sagen darf, Kontinuationen des Lagers, nicht desKatalogs; in letzterer Hinsicht war der Ausdruck Supplement richtiger.Denn eine Reihe kleiner, je in sich alphabetisch geschlossener Verzeich-nisse bildeten offenbar zusammen keinen Katalog, und eben deshalbmachte sich von Zeit zu Zeit ein neuer Universalkatalog notig, der soGrundlage und Abschluß der Halbjahrskataloge zugleich war. Schon dieMeßsortimentskataloge von Lor. Kroniger und Theoph. Göbels Erben inAugsburg (1696, 1697) und Dulßeckers in Straßburg (1696) bezeichnensich als Kontinuationen ihres Bücherkatalogs. In langen Reihen liefendiese Kontinuationen durch die Jahrzehnte fort; die Kontinuationen derMeyerschen Handlung in Lemgo (1733 fg.) oder des zweiten Stamm-