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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Geschäftlicher Nutzen, Kontinuationen und Preis der Kataloge. Z1Z

katalogs von Haude Spener in Berlin (1753 fg.) lassen sich durchfast ein halbes Jahrhundert, die der Kriegerschen Handlung in Gießendurch sieben Jahrzehnte (1728 fg.) oder die des Stammkatalogs desalten Nicolai (1718 fg.) durch ein Jahrhundert verfolgen. Es warennur wenige Buchhändler, die sich von diesem allgemeinen Gebrauchemancipierten: Rüdiger iu Berlin zog den Kontinuationen rasche Neu-auflagen des Stammkatalogs vor; Heinsius ließ zwischen seinem ersten(1748) und zweiten Nniversalkatalog (1760) keine Kontinuationen er-scheinen, mit der ausdrücklichen Begründung, daß die tropfenweise er-folgenden Fortsetzungen zu große Mühe beim Nachschlagen verursachten.

Daß sich nicht bei allen Reihen Stammkataloge nachweisen lassen,brauchen wir kaum nochmals zu erwähnen. Manche zählen zwar nachNummer oder Stück, wie die von Aug. Mylius in Berlin und Reinh.Eustach Möllers Wittwe in Frankfurt a. M. und Herborn (8. StückOstermcsse 1700 bis 10. Stück Ostermcsse 1764), sind aber vielleichtohne Grundlage eines Lagerkatalogs entstanden; so auch die ohne Zahlfortlaufenden der großen Reihe der Verzeichnisse von Joh. Bens. Andreäin Frankfurt a. M. und die kleinen der Buchhandlung des HalleschenWaisenhauses in Berlin , Jac. Christ. Poschs in Onolzbach, währendsich von andern, wie von Mich. Groll in Dresden , nur vereinzelteHefte erhalten haben.

Die Sortimcntskatalogc wurden dem Publikum gratis geliefert.Dasselbe geschah aber auch vielfach mit den Lagerkatalogen, den Ergeb-nissen meist so beträchtlichen Aufwands an Zeit, Mühe und Geld.Härtung in Königsberg gab seine Universalkataloge seinen Kunden un-entgeltlich; Haude ^ Spener lieferten die beiden stattlichen Bändeihres lüataloZus Universalis und Inclsx nmtörmruui dem Publikumgratis; und dasselbe ist zweifellos auch sonst häufig geschehen. Zuweilenwird dabei besonders gemahnt, den Katalog ja recht gut aufzuheben, daer nicht nachgeliefert werden könne. Andere gaben ihn gegen Bezahlung;Nicolais Nniversalkatalog von 1737 kostete 6 Groschen, die dritte Auf-lage des Rüdigcrschen 6, die vierte (1745) 12 Groschen. Indessenheißt es in diesen und ähnlichen Fällen: daß es mit dem, deretwasmiteinander verlange", nicht so genau genommen werden solle, daß manmit guten Kundennicht so streng" sein, daß man's ihnauf andereWeise genießen lassen" werde.