328 6. Kapitel: Der Buchhandel.
ergangen; dort seien deshalb ihrer wenig mehr, die in dergleichen Hand-lung „etwan hauptsächliches thun undt ein Recht Buch verlegen" könnten.„Ja es auch an dem undt gantz gewiß," so schließt die Eingabe, „wannsolchen ^net-ioniduL, absonderlich in Meßen, in welchen Wir Unseremeiste Nahrung suchen sollen, nicht gesteuert wirdt, Wir alle zugleichuutcrgchcn, undt verderben mäßen." Das Oberkonsistorium sah indessennicht ab, wie Leibniz an der Versteigerung gehindert werden könne, so-fern die Bücher „sein eigcnthumb und er sie nicht von andern erhandeltund gewinsts halber wieder ilisti'klui'su" wolle, und die Auktion fandstatt. Außerordentlich rasch aber wurden danach, wie in Frankfurt , soauch in Leipzig die Auktionen auch zum Vertrieb neuer Bücher oder vonSortiment auögcuutzt, führten sie auch hier zu neuen heftigen Beschwerdender Buchhändler und wurden sie auch hier verboten: das letztere durcheine Verordnung schon vom 12. Juli 1678, iu der den Auktioniercrnverboten wurde, „rohe Bücher zu führen".^ Um dieselbe Zeit sindauch bereits Bücherauktions-Ordnungen gegeben worden; in Leipzig 1080, in Jena 1683. Die Leipziger^" und Jenaer Ordnung"" — vonder Ccnsur des Katalogs und verschiedenen allgemeinem Auktions-vorschriftcn abgesehen — verbieten Sammel- und Speknlationsauktioncnund gestatten nur die Versteigerung ererbter oder als Schuld angenom-mener oder zum eigenen Gebrauch angeschaffter Bücher, und zwar nurdurch den einer Universität (Leipzig: oder Rat; in Leipzig gab es einenUnivcrsitäts- uud einen städtischen Proklamator) verpflichteten ?i^«ec>.So war das Auktionswcscn an beiden Mcßplützcn in geordnete Bahnengelenkt, und es verlautet denn auch in der nächsten Zeit nichts vonbnchhändlcrischen Beschwerden darüber. In Leipzig haben im Jahre1710 buchhändlerischc Sachverständige selbst eine Versteigerung beschlag-nahmter roher Verlagsparticu empfohlen. In diesem Falle besitzen wirauch die Anktionsabrechnung.^ Drucken, Binden und Hernmtragcudes Katalogs kostete zusammen 18 gr., Platzmictc, Büchertransport dahinuüd „andere kleine Ausgaben" machten zusammen 1 Thaler 12 gr., fürEinkassieren des Geldes ist 1 Thalcr notiert, der Proklamator erhielt5 Thalcr 16 gr. Die bare Losung betrug 136 Thaler 16 gr. 6 Pf.;der Proclamator erhielt also davon "/<,. Die gesamten Unkostenbetrugen 8 Thaler 22 gr. In Halle erschien z. B. 1723 nach v. Joh.Ehrstph. Franckeus ^altiineut ein Auktionskatalog der „Reueu Buch-