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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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344 7- Kapitel: Das bibliopolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Censur.

reichsten Verlag auf die Messe gebracht. Eine Spezialität oberlausitzischerBuchhandelsstädte, von Bautzen und neben ihm besonders Lübau, war dieHerstellung wendischer Drucke (Katechismen, Evangelien und Episteln,Gesang- und Betbücher, Bibeln und Postillen; die Arndtschen Schriftenu. dergl.). Die Anregung dazu ging (1688) von Spener aus; die Ständeunterstützten die Herstellung des oftcrn durch Übcrsetzerhonorare, auchprivate Spender fanden sich; die Andreas, Gottfr. Gottlob und EarlGottfr. Nichter in Bautzen , Besitzer der von Chrph. Baumann 1652neu gegründeten einzigen^ Bautzener Druckerei, zogen besonders Nutzendaraus. In Zittau hatte eine ähnliche Bedeutung der Druck evan-gelischer Bücher in böhmischer Sprache"; hier verlegte seit 1711 Joh.Iac. Schöps. Der thütigste Verleger von Görlitz war Jac. Rohrlach,aber er spielt in den Mcszkatalogen nur eine kurze Nolle (78 Artikel,1703 10); Joh. Gottlob Laurentz erreichte nicht die Hälfte seines Jahres-durchschnitts, wirkte aber bis zum Ende des Zeitraums. Einen kräftigenVerlag in der Niedcrlausitz entwickelte mit Beginn der 1730er Jahre<^ottl. Hebold in Sorau , von dem mehrere Artikel der ersten dreißigerJahre auch in Crossen erschienen. Neben ihm ist Geo. Voß in Liibbcnzu nennen, 1712/32. In Wittenberg , das 1701 vier Buchhändler,sieben Buchdruckcrhcrren und einen Schriftgießcr besaßt", sind bis zuBeginn der 1680er Jahre Hiob Will). Fincel und seine Erben, Mcwius^Balthasar; besonders aber v. Tob. Mcwius Erben und El. Schumacher)und in den letzten Jahrzehnten Joh. Ludolph Qucnstedt hervorzuheben.Bedeutender wurden auch hier die Verleger des neuen Jahrhunderts:der Bürgermeister Gottfr. Zimmermann, seine Wittwe und San?. Gottfr.Zimmermann, MeyerZimmermann >17001709), Joh. Ludw.Mcisel und seine Wittwe, Sam. Hanauer und besonders Chrn. Gottl.Ludwig (1701/29). Den reichhaltigsten Verlag schuf Geo. Marc. Knoch1722/34 (294 Artikel). 1734 beginnt der Verlag Joh. Joach. Ahl-städts. Einst, im 16. Jahrhundert, waren Leipzig, Wittenberg und Jenadie drei führenden Städte im Leipziger Meßbezirk gewesen. In Witten-berg begingen die Leipziger Buchdrucker die Jubelfeier des Jahres 1540,noch im Jahre 1621 provozierte Leipzig auf ein Sachverständigengut-achten der Wittenbcrger Buchhändler; ja selbst in der zweiten Hälftedes 17. Jahrhunderts galten die drei Städte (z. B. bei Konkursen u. dergl.)stillschweigend als die anerkannten Vertreter nnd Wortführer des Leip-