Z46 7. Kapitell Das bibliopolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Ccusur.
Leipzig, Wittenberg , Naumburg, Jena aus fleißig besucht wurden'^, dieGründung der Universität im ^ahrc 1694 und die Ansiedelung fran-zösischer Refugies — 170!» erhält ein gewisser Lefevrc das Recht aufden Druck und Verkauf französischer Bücher, bald darauf ebenso Felixdu Scrre (dessen Rechte 1721 auf das Reformierte Gymnasium über-gingen», außerdem werden die französischen Buchhändler de Sarrat undSellius genannt: sämtlich Mitglieder der Hallcschcn „FranzösischenKolonie"'^ — machten Halle zur zweitgrößten Druckcrstadt Deutsch-lands (1707 sieben, 1740 sechzehn^ Druckereien, nur eine wenigerals Leipzig ) und zu einem bedeutenden Zentrum der Littcratur, desSortiments- und des Verlagshandcls. In der altern Zeit waren diebedeutendsten Hallcschcn Verleger Chr. Fr. Mylius und Sim. Joh.Hübner; ihre Thntigkeit reicht bis in die achtziger und neunziger Jahredes 17. Jahrhunderts. In den neunziger Jahren erhoben sich diegroßen Hallcschcn Firmen unseres Zeitraums: zuerst die von Joh. Friedr.Zeitlcr, dann die bedeutendste Verlagshandlung Halles: die Rengcrschc,gegründet von Johann Gottfried Ncngcr, dem Verleger Christian Wolffs .Es war die Buchhandlung der alten Bismarckschcn Druckerei, die 1625samt dcr Handlung an Christoph Saalfeld aus Quedlinburg übcrgcgcmgcnwar. Im Jahre 1696 trennten sich die Zweige: Rcngcr übernahm dieBuchhandlung, währcnd die Druckerei von Joh. Andr. Salscld weiter-geführt wurde. Von 1698 bis 1739 verzeichnen die Mcßkcitalogc 1137Rengcrschc Vcrlagscirtitcl. Etwa gleichzeitig crsolgtc die Begründung dcrWaisenhausbuchhandlung; von theologischen Gelehrten wurde sie gegründetund geleitet: von A. H. Franckc (1663—1727) und Heinr. Jul. Elcrs(1667—1728); Prediger und Professor dcr griechischen und orientalischenSprachen der erstere, ehemaliger Hofmeister der letztere. Der Zeit-raum von den Anfängen gerade bis zum Ende unserer Periode, demTodesjahre Frehlinghausens ^-s 1739) — er war Franckes Gehilfeund Pfarradjunkt, sein Schwiegersohn, seine „rechte Hand" und seinNachfolger in der Leitung des Buchhandclsgeschäfts —, war die fürdie Entwickelung der Buchhandlung bedeutsamste Zeit: die Organisationder nach Berlin (Gründung dcr Berliner Filiale 1702), Leipzig undFrankfurt verzweigten Geschäftsanlage kam zu Stande; eine glänzendeVcrlagsthätigkcit entwickelte sich: ein blühender gelehrter Verlag derWerke besonders Hallenser Professoren — von ihnen in diesen Jahren 157