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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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3H2 7. Kapitcl: Das biblivpvlische Deutschland : Absatz, Prcio, Nachdruck, Ccusur.

hochwichtige Mittelpunkte buchhändlerischcn Lebens und Betriebs; in demersten gedruckten Verzeichnis der ständigen Besucher der Leipziger undFrankfurter Messen, 1741^', folgt unter den norddeutschen Städtender Zahl der auswärtigen Besucher nach auf Jena und Halle Erfurtin einer Linie mit Hamburg und Berlin; dann, nach Dresden, Gotha in einer Linie mit Breslau und Wittenberg .

Von größerer Bedeutung als Bautzen im Osten und Witten-berg im Norden des Leipziger EcntrumS war dort Breslau , wurdehier Berlin. In Breslau waren die bedeutendsten Firmen: im 17. Jahr-hundert die von Esais Fellgiebel, dem Verleger von Opitz' Werken(1658 90 181 Artikel; Wittwc und Erben bis 1713 nur noch32 Artikel) Veit Jae. Trescher steht hinter ihm zurück; im18. Jahrhundert zunächst Mich. Hubert (1714/39 146 Artikel) undMich. Rohrlach «17251730), bis endlich mit dem Jahre 1732Joh. Jac. Korn auftritt «schon 1732 39 102 Artikel). In Schweidnitz tritt in der ersten Hälfte der 1730er Jahre Joh. Geo. Böhm hervor.Außerdem ist in Schlesien nur Mich. Rohrlach und seine Wittwc inLicgnitz, seit 1690, hervorzuheben. Mit der Erwähnung Berlins betreten wir nach dem sächsisch-thüringischen und sächsisch- lausitzischen Buch-handclsgebiete das Gebiet Brandenburgs und der Mark, in dem mitBerlin Frankfurt a. O. die Vorherrschaft führte. Ursprünglich wardie buchhändlerischc Hauptstadt der brandcnburgischcn Lande Frank-furt a. O.: der älteste Sitz der Buchdruckerkunst in der Mark, Univcr-sitäts- und Mcßstadt, und zwar auch Büchermeßstadt, und für Leipzig einwichtiges Nebenccntrum sür den Verkehr nach Preußen, Posen, Schlesien .Dennoch ist der Sitz des größten kurbrandcnburgischcn Verlegers imletzten Drittel des 17. Jahrhunderts schon Berlin : des BuchhändlersRupert Völcker (1660/97 306 Artikel). In Frankfurt waren die ansehn-lichsten Verleger Jeremias Schrey der Ältere und Jüngere, 16731735,von denen der crsterc Bürgermeister war"^, in den besonders produktivenJahren 16811696 und 16971711 associiert zuerst mit H. I. Meyerund dessen Erben, dann mit S. E. Hartmann (16731711 424 Artikel,1712/35 80 Artikel). Die Schreys erwarben 1681 die Stargarder Buch-handlung von Fincelius hinzu und wußten 1682 auch mit einer Filiale inBerlin Fuß zu fassen. Außer ihr bestanden in Berlin nur zwei eigentlicheBuchhandlungen: die 1614 von dm Buchbindcrbrüdern Hans und Samuel