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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Königsberg. Zerbst. Quedlinburg, Goslar . Wolfcubüttel,Hamwver,Göttiugcu. Z^9

spaltete cr sich in zwei Firmen, eine Gymnasial- und eine Hofbuch-druckcrei, die sich dann 1747 wieder vereinigten. Als Verlag standdie Firma hinter der Zcrbster Filiale von Fintzcls Erben in Wittenberg zurück, die in den ersten Iahren des 18. Jahrhunderts angelegt wurde.Kurz darauf gründete Sam. Gottfr. Zimmermann seine Vcrlagshandlung,die nun das ganze 18. Jahrhundert hindurch an der Spitze des cmhaltischcnBuchhandels steht, freilich au Bedeutung nicht vergleichbar mit dengrößer» Vcrlagsfirmeu andrer Städte. Eine zweite Buchhandlung wurdein Zerbst 1725 (von Geo. Wilh. Göcking) gegründet.^

In der Harzgcgend traten in der Mitte rcsp. der zweiten Hälfteunseres Zeitraums am meisten Theod. Phil. Calvisms in Quedlinburg und Joh. Chrph. König in Goslar hervor.

Das vierte der buchhündlerischcn Hauptgcbictc des binncnländischcnNorddcutschlands ist das braunschweigisch-hnnnöversche, daö iinNorden indas Gebiet der uordwestdeutschcn Seestädte übergeht. Wie in Preußen die Vcrlagsthätigkcit Berlins, so schwingt sich in Hannover und Brcum-schwcig diejenige der Städte Hannover und Wolfcnbüttcl empor. Derunternchmungskrüftigste, auch zukunftsreichste Verlag dieser Sphäre warder von Joh. Chrph. Meißner in Wolfcnbüttcl (1721,39, 281 Artikel).Bor ihm war der bedeutendste Verleger in Wolsenbüttel Gottfr. Freitag,seit 1696, der aber weit hinter Meißner zurücksteht: die bedeutendstenVerleger waren damals die Förster in Hannover (16811739 5(X> Ar-tikel); vor ihnen der unbedeutendere Thom. Hcinr. Hauenstcin in Han-nover, seit 1657. In der Mitte der dreißiger Jahre beginnt in Hannover der Verlag Joh. Ad. Gcrckens. Göttingen , dem eine so große Zukunftbevorstand, spielte in unscrm Zeitraum eine Rolle, die ebenso unbe-deutend als seine spätere bedeutend war. Noch zu Ende unseres Zeit-raums, als die Georgia Augusta eröffnet wurde i gegründet 1734,eröffnet 1737), war an einen Buchladen nicht zu denken, und dieeinzige damals bestehende Druckerei war so dürftig, daß ihr Vorrat anLettern kaum hinreichte, wöchentlich einen halben Bogen der GöttingischcnNachrichten und andere Kleinigkeiten zu liefern. Man berief den Buch-drucker Vandenhock nach der neuen Universitätsstadt, der nachher dieDruckerei mit dem Buchhandel vertauschte. Weder cr freilich uochmehrere audcrc Trucker und Buchhändler, die man herbeizog, entsprachenden Erwartungen; Reskripte, die in den Jahren 1737 nnd 1738 an