Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

Tübingen .

377

Freytag (Wolfenbüttel ». Dann folgen 42 Lpiesäm ludiiiZkiisiu, dar-unter Gedichte des Rektors, der drei Dekane und von neun Professorender Universität, des Kanzlers zu Tübingen , des Bürgermeisters, desStadtschreibers und endlich 280 Lxiesclin kroxiiMiornm; am Schlußfolgen noch zwei weitere Gedichte. Des Dahingeschiedenen Handhabungder Bücherpreise, dieselbe, die auch dem Vater eigentümlich gewesen war,findet sogar in einigen dieser Trauergedichte, in denen man sonst aufdergleichen Dinge nicht einzugehen pflegte, ihren eigentümlichen Nieder-schlag. Wcs sich der akademische Senat ärgerte, des freute sich derGroßverleger Schar, voran die Leipziger, und sie rief es ihm zu un-vergänglichem Lob und Preis noch ins kühle Grab nach. Johann FriedrichGleditsch singt nach der WeiseJesus, meine Zuversicht":

Werther Cotta j Deine GrustMachet ^ daß »vir billig klagen ^Und da GOtt dich zu sich rufst jUm dich schmertzlich Leyde tragen ^Weil mit Dir ein Mann abgeht >Der den Handel wohl versteht.

Manche bilden sich zwar ein ^

Wenn ein Hanffen Bücher pressen

Immer stark beleget sehn ^

Daß man aufs den Leipziger Messen

Etwas neues lieffern kan ^

Da ists trefflich Wohl gethan.

Doch dn warst von andrer Art:Denn du hast bcy guten BüchernKeine Mühe nicht gespahrt;Doch man kan sich auch versichrcn >Daß dn schwerlich was verpaßt ^Wenn Dn deinen Vorthcil sahst.

Denn ein redlicher ?rollt>War Dir billig auch zu gönnen;Und wer Deinen Handel sieht ^Wird dich keinen Ichlcudrer nennen ^Der die Bücher halb vcrschenckt ^Und an keine Rechnung dcnckt.