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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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Anzahl der deutschen Buchhändler.

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Straßburg, Mainz, Prag je 3, Hannover, Bremen, Lübeck, Frank-furt a. O., Rostock, Güttingen, Königsberg, Greifswald ,Danzig, Merseburg, Coburg, Tübingen, Wien, Stuttgart, Würz-burg, Bern, München, Bayreuth, Altorf, Wetzlar je 2, die übrigen(34 nord- und 18 süddeutschen Städte) je 1 Besucher. Die hohe Be-suchsziffer der beiden Hauptmeßstüdtc ist selbstverständlich. Bemerkens-wert ist, daß Nürnberg auch hier vor Frankfurt a. M. steht: Leipzig und Nürnberg waren die bedeutendsten Verlags- und BuchhandelsstüdteDeutschlands . Weiter fallen unter den norddeutschen Orten Städte wieErfurt und Gotha, noch mehr unter den süddeutschen Köln, Augsburg ,Basel auf: sie zeigen sich, im Unterschiede von ihrer Vcrlagsbcdcutung,als hochwichtige Mittelpunkte buchhäudlcrischcn Lebens.

Man sieht, wenn man z. V. für Leipzig, Jena, Frankfurt dieoffiziellen Ziffern der Anzahl derBuchhandlungen" mit den Ziffernder ständigen Mcßbcsuchcr vergleicht, das; die letztern die erstern in derThat nicht unbeträchtlich übertreffen. Das ist schon daraus erklärlich,daß die Buchdruckcrcicn großenteils meßfähige Druckervcrlagc, also eben-falls Buchhandlungen waren. Von den zu Beginn der 1740er Jahrebestehenden zehn Jenaer Buchdruckern waren z. B. acht zugleich Verleger,während nur zweimchrenteils für andre druckten", und zwei besaßenBuchhandlungen.Andrerseits bleiben natürlich nicht wenige Städtemit ihrer Meßbcsuchsziffcr hinter der wirklichen Zahl ihrer Buchhand-lungen zurück. Die offizielle Zahl der Buchhandlungen war für Leipzig ,Frankfurt a. M. und Jena 20, 14 und 8; die Zahl ihrer ständigenMeßbesucher beträgt 31, 22 und 13; d. h. die offizielle Zahl der Buch-handlungen dieser Städte verhält sich zu derjenigen ihrer für den großenbuchhündlerischen Geschäftsverkehr überhaupt in Betracht kommenden Hand-lungen wie 2 zu 3. Wien , das nach der oben angeführten vomKardinalcrzbischof Sigmund von Kolonitsch herrührenden Angabe zwölfbis dreizehn, nach anderer Angabe^ in derersten Hälfte des 18. Jahr-hunderts" sechs bis acht Buchhandlungen zählte und bei Geßner mitsieben Druckereien figuriert, ist in unscrm Verzeichnis nur mit zweiFirmen vertreten. Nimmt man aber an, der deutsche Buchhandel wäreübereingekommen, die Leipziger Messe einmal in Wien abzuhalten, sowürde Wien , das oben angegebene Verhältnis von 2 zu 3 angenommen,statt mit zwei vielmehr mit zehn oder achtzehnständigen Besuchern",