Zgg 7- Kapitel: Das bibliopolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Ccnsur.
d. h. mit dem Fünf- bis Neunfachen dcr im Verzeichnis von 1741 an-gegebenen Zahl vertreten gewesen sein. So hoch die Bcsuchsziffern vonNürnberg, Köln, Jena, Augsburg auch sind: daß alle für den innernGeschäftsverkehr in Betracht kommenden Buchhändler oder Buchdruckerdieser Städte in? ständigen direkten Verkehr mit dem in Leipzig oderFrankfurt zusammengezogenen Geschäftsverkehr standen, ist wohl nichtanzunehmen; indessen würde hier jedenfalls der Überschuß über die imVerzeichnis angegebenen Ziffern eine ungleich geringere sein als geradebei der Wiener Ziffer, und ähnlich bei den in dcr obigen Städtereihcweiter folgenden großen Buchhandelsplätzcn. Für zahlreiche der übrigen,besonders von den Meßplätzcn weit entfernten Städte wird man dagegenannehmen müssen, daß sich das Verhältnis der im Verzeichnis angegebenenZahl zu derjenigen der wirklich am Platze vorhandenen Handlungen demfür Wien erschlossenen in höherin Maße annäherte. Die Zahl, mitder die im Verzeichnis angegebene Ziffer vermehrt gedacht werden muß,war für Wien mindestens die Zahl 5. Selbst diese Ziffer darfvon einer Stadt wie Wien wohl nicht unterschiedslos auf eine beliebigeandere übertragen werden; niedriger als 3 aber kann sie, wie der Ver-gleich der Bcsuchsziffern mit einigen im vorangehenden bei einzelnenStädten angegebenen Zahlen zeigt, nicht angesetzt werden. Vervielfachenwir also die Bcsuchsziffern in dcr oben aufgeführten Städtereihc umdie angegebene Zahl nur von der Stadt Braunschweig ab, so ergibt sicheine Mindestzahl von 500 regulären Buch- und Druckcrhnndlungcn,deren Kern von rund 300, den im Mcßhandcl sich zusammenziehendenunmittelbaren gegenseitigen Geschäftsverkehr unterhaltenden Firmen ge-bildet wird. Man sieht weiter, wenn man z. B. für Dresden, Berlin ,Königsberg, Leipzig , Naumburg die Anzahl der ständigen Mcßbcsuchcrmit derjenigen der Meister der Bnchbindcriunung vergleicht, daß dieletztern unter den crstern nicht vertreten sind. Die Zahl der Buchbinderhat, wie man ebenfalls aus mehrcrn in unscrm bibliopolischcn Überblickenthaltenen Zahlen ersieht, sicher das Dreifache betragen; rechnet manmit der Zahl von 500 Buchhändlern, so müssen durch ihr Gebiet jedenfallsetwa 1500 Buchbinder verstreut gewesen sein.
Die Mcßkataloge des Jahres 1700 verzeichnen 951 Werke Deutsch-lands, Österreichs und dcr deutschen Schweiz ; der Hinrichsschc Bücher-kntalog dcs Jahres 1900 verzeichnet 35000 Werke desselben Gebiets.