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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Beziehungen zn Dänemark, den Ostsccprovinzcn, Siebenbürgen , Ostfricsland. '^5

nur wenig lateinische, andere Litteratur gar nicht nach Leipzig . Es ge-hören weiter hierher die Ostsccprovinzcn.^ Von einem gegenseitigenHandelsverkehr war hier freilich noch kaum die Rede. In Mitau wurdedie erste Buchdruckern 1660, die erstc Buchhandlung 1675 eröffnet.Die Dorpater, zugleich mit der Universität 1632 gegründete Druckereiverschwand auch zugleich mit der Universität bei der Belagerung DorpatSdurch die Russen im Jahre 1656 (sie wurde samt der Bibliothek derUniversität in der Marienkirche eingemauert. Sic hatte bis dahinneben den Universitätsschriftcn eine einzige deutsche Schrift hervorgebracht;ohne Professoren in der Stadt war eine Druckerei ein unnötiges Ding.Im Jahre 1688 wurde sie mit der Universität wicdcr hergestellt underzeugte bis 1699 28 Dissertationen, Gclegcnhcitsreden u. dcrgl.; dannwurde die Universität nach Pcrnau verlegt, und damit war die Geschichtedes Dorpater Buchdrucks und Buchhandels vorläufig beendet, um erstfast ein Jahrhundert später wieder anzuheben. Besser mag sich die vonStadt und Gymnasium im Jahre 1633 zusammen bestellte RevalcrBuchdruckern gestanden haben, denn das einzige, womit etwas anzufangenwar, waren die csthuischcn Schulbücher, und sie hatte das Privilegdarauf. Von einiger Bedeutung war im 17. Jahrhundert Riga , wirhabe» der EntWickelung seiner damaligen bnchhändlcrischcn Verhältnissebereits gedacht «S. o. S. 128); in der ersten Hälfte des 18. Jahr-hunderts aber ging die Stadt so stark zurück, daß sie nur einen Buchladenund eine Druckerei, die sich nur mit Mühe behauptete und zu Ende unseresZeitraums ganz in Verfall war, behielt. ^ Mch viel weniger als mitdem äußersten deutschen Nordosten, bestand natürlich ein buchhändlcrischcrVerkehr mit dem äußersten deutschen Südosten, mit Siebenbürgen.^'Die erste Buchhandlung in Hcrmannstadt entstand in Sieben-bürgen erst im Jahre 1712; die vereinzelten sicbcnbürgischcn Druckereienverlegten kaum etwas anderes als Kalender und Schulbücher. DerBüchcrbczug wurde wesentlich durch die Studcutcn besorgt.

Ganz anders und gerade umgekehrt war das Verhältnis zu denwestlichen Rachbarstaaten. Einmal stieß der deutsche Buchhandel, währender im Osten und Südosten gleichsam an herrenloses Gebiet angrenzte,im Südwesten und besonders in? Westen auf den Widerstand ausländischerKonkurrenz. Der Buchhandel Emdens^ G ^ dessen Zunftartikcl vomJahre 1655 von 13 Buchbindern uud Buchhändlern unterzeichnet wurden