396 7- Kapitel: Das bibliopoiischc Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, (!c»sur.
(nur von zweien davon wissen wir, daß sie eigentliche Buchhändler waren),und das zu Anfang des 18. Jahrhunderts zwei Druckereien (die einedavon, die C. Blanckschc, zugleich Buchhandlung und Buchbinderei) undfünf Buchhändler resp. Buchbinder zählte, schien zwar um die Mitte des17. Jahrhunderts auf dem Wege zu sein, mit dem deutschen Buchhandelin engere Verbindung zu treten: der gelernte Buchhändler Chrn. Gerlachund sein Nachfolger Dan. Koch waren, wie die Sprache ihrer Bitt-schriften zeigt, Nichtholländcr, wahrscheinlich auch Richtostsriesen, Gcrlachwar eine Zeit lang Buchhändler in Magdeburg , uud Koch spricht vonseinen „aus Teutschland mit heruntergebrachten Büchern"; aber bis überdas 18. Jahrhundert hinaus blieb der Einfluß Hollands auch auf demGebiete des Buchhandels in Emden herrschend. Gerade hier in Ost-fricSland war wohl freilich wenigstens für den höhcrn Buchhandel nichtviel zu ernten. Ufsenbach erzählt in seinem Reisebericht (1710), er seiin Emden auch bei einigen Buchbindern gewesen, die „zugleich die Buch-händler nllhicr" seien, habe aber bei ihnen nichts als „einige Schul-und Holländische gemeine Bücher" gefunden, und der vornehmste vonihueu habe ihm erklärt, es fänden sich „keine Liebhaber von Bücherunoch andern Curiositätcn althicr". Sodann aber wurde der Absatz derheimischen Produktion ins Ausland mit dem beiderseitigen Rückgängeder lateinischen, der Zunahme der muttersprachlichen Littcratur mehr undmehr eingeschränkt, wenn er auch keineswegs ohne Bedeutung war. Eswaren Gebiete weniger deutschen Absatzes als, und das in allererster Liniedie französischen, Gebiete, die eine in Deutschland aufs beste absetzbareLittcratur hervorbrachten. Die Lager deutscher Buchhandlungen waren mitfranzösischer, italienischer, englischer, spanischer und portugiesischer Littcraturgefüllt, namentlich mit frauzösischcr, sodann mit englischer und italienischerLittcratur, und ihre Kataloge verzeichneten sie nicht nur aus ganzen Seitenund Bogen, sondern in ganzen Heften und Büchern. Wie gelangtensie in die deutschen Lager? Auch hier vollzog sich in unserm Zeitraumein Umschwung, der aus der alten in die neue Zeit hinüberführte, undden wir in der Geschichte der Leipziger Messe bereits gestreift haben.In der alten Zeit, in der die deutschen Büchcrmesscn und besonders dieFrankfurter Messe noch von einer größern Anzahl ausländischer Buch-händler besucht wurden, waren es die Ausländer, die in der Hauptsacheden litterarischcu Perkehr zwischen In- und Ausland, die Einfuhr aus-