Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
409
Einzelbild herunterladen
 

Konkurrenz auswärtiger Rcisebuchhändler,

409

Stadt öffentliche Patente anschlagen. Im März 1718 die fünfte Eingabeder Frankfurter . Dm König und Schoppcr (Schöpfer) hatte des wohl-rcgicrcnden ältcru Hcrru Bürgermeisters Erccllcnz, wie die Frankfurter mit Ruhm höchst dankbnrlich melden mußten,dermaßen nachtrücklichZugeredet, daß Sic von sclbsten davon gangen." Böttichcr aber, derverwegene Mensch der weder Gott noch Obrigkeit achtete, sondern seinemunersättlichen Gcitz zu seines Ncbcn-Mcuschcu höchsten Schaden beständignachhing," handelte weiter zwischen den Messen, legte sich einen neuenFaktor zu und war im Febrnar 1718 wieder einmal um das Bürger-recht cingckommcn. Und obgleich es ihm wieder nicht gewährt wurde,ging die Sache Jahr für Jahr weiter wie bisher; die ^rmikfurtcr fuhrenfort Beschwerden einzureichen (1. Juni 1723, 9. Jan. 1727, 23. Dez.1727), der Rat verfügte (so Januar 1727), daß Böttichcrfortgeschafftund außer den Meßen nicht gelitten werden solle." Nach solchen Ver-fügungen wurde er auch alsoglcichbeschickt"; er war dann weder inseinem Bau noch sonst aufzufinden, und wenn das Rennen vorüber war,zog er mit vier bis fünf Leuten still in Frankfurt wicdcr ciu. Am19. Februar 1727 schreibt er an dcu Rat, wie ihm vor zwei Tagcugantz ohuvcrmuthet" angezeigt und injungirt worden, sichvon hinnenwegzumachen", er habeaubcy auch mit Erstauncu hörcn müßcn" als obcr einengroßen Handel mit Büchern triebe, was nur der Neid auf-gebracht" habe, weshalb cr um Schutz bat, nötigenfalls gegen einkleinesQuantum". Im Januar 1728 führte ciu Frankfurter Buchhändler(Multz) selbst cincn Überfall auf ihu aus, geriet freilich iu der Hitzean den Unrechten: ^als cr eiueu Jungen denMaltet" über die Gassetragen sah, fuhr cr soglcich zu, nahm ihn ihm wcg und ließ ihn aufden Römer bringen das Buch gehörte aber nicht Böttichcr, sonderndein Buchdrucker Hcllwig. Von der Höhe seines Geschäftsbetriebes, wieer uns im Jahre 1717 geschildert wird, scheint Bötticher in der Thatherabgesunken zn sein, cr bchanvtctc in dem Brande vom Jahre 171960000 Guldcn eingebüßt zn haben; das alte Spiel zwischen ihm, demFrankfurter Buchhandel uud Rat aber wahrte bis zum Ende der dreißigerJahre. Die Aktcn^" schließen mit einer Eingabe Böttichcrs vom Jahre1738, in dcr cr (der jetzt nicht mehr Jcnaischcr Bnchführer, sondernfremder Altcnbnchcr- und Maculatur-Häudlcr genannt wird) wehmütigstvorträgt, wclchergcstaltcn cr altcr Grcis zu seiner äußersten Gemüts-