Schwaukendc Verleger- »nd Verkaufspreise. Käuferrabatt.
Pommcrn durch dcn i>cordischen 5cricg und eine in Pommcru herrschendeSeuche von der Verbindung mit Leipzig abgeschnitten war und einfrommer Propst aus Treptow, den? der GrcifSwaldcr Buchhändler Fick-weiler die Bücher teurer als auderu verkaufte, diesen befragte, wodurcher deuu solches verdient habe, bekam er von dem erbosten Buchhändlerzur Antwort: ja, andern verkaufe er es freilich billiger, aber nn ihmmüßte man sich rächen, weil er nunmehr keine Bücher von Leipzig kriegenkönnte, womit er ihm vorher viel Schndeu gethan. ^ Von ElerS,dem Faktor der Hallcschen WaisenhauSbuchhandlung, wird ausdrücklichgerühmt, daß er, um sein Gewissen nicht zu verletzen, den „sonst ge-wöhnlichen" höhcrn Preis der Verlagsbücher um ein Merkliches reduzierthabe, uud daß im Buchladcn seine Rede Ja, ja, nein, nein gewesensei; „nachdem er ein für allemal dcn uähcsten Preis gcsaget, pflegte Ersich in keinen weitern uuuützeu Wortwechsel einzulassen". Elcrs istmit andern Worten der Erste, von dem uus ausdrücklich bezeugt wird,daß er feste Verkaufspreise einrührte; uud wie wir soeben sahen, mußdas Publikum recht unzufrieden damit gewesen sein. — „Wenn wir dieMaterien nicht umb ctwz bcßcrcn Prciß, alß übrige Buchführer gebenkönnen, so bleiben sie u. entweder liegen, oder wir haben vor u.Mühe gar Äciucu Vorteil", schreibt ein .Wnigsbergcr Buchhändler1704.^'' Wir wollen dcn Abzug, von dem hier die Rede war, derbegrifflichen Deutlichkeit halber als Käuferrabatt bezeichnen. Ob seinUrsprung dem Buchhändler oder dem Publikum zuzuschreiben sei, istdeshalb eine falsch gestellte Frage, weil dieser Ursprung auf der Namrdes Handels (des „Handelns", d. h. Hin- und Hcrhandclnö) überhauptund für dcn^Buchhandel insbesondere auf dem Tauschsystcm, d. h. aufdem beruht, was mau wissenschaftlich kurz als Irrationalität des Laden-preises bezeichnen würde. Es ist eine Sache, an der Verkäufer und Käufergleichmäßig beteiligt waren. Der Verkäufer hatte das Interesse, das Buchmit Vorteil abzusetzen: es also so teuer zu verkaufen als es möglich war,ohne den itäufcr vor den ^iopf zu stoßeu, uud so niedrig als es nötigwar, wenn es galt, der >iout'nrrenz die Spitze zu bieten. Der Büchcr-täufer auf dcr andern Scitc vcrlangtc mündlich und schriftlich dic „cuscrstcuPrcißc" und „leichtesten I'redm" und drohte mit dcr billigem Konkur-renz. Vom „Muferrabatt" unterscheidet sich innerhalb dcr allgemeinenErscheinnng des Kousumentenrabatts begrifflich nnd geschichtlich dcr Kunde»-