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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
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490 5- Kapitel- Tcis biblivpolischl! Teutschland; Absatz,Peci^, Nachdruck, Leusur^

iin verkauften bleiben tonne ncbcnst andern hiesiger orthen bnchführernguthc Knndtschafft zu erhalten ".^ Phjt. Wish. Etock in Leipzig verkaufte Anfang des 18. Jahrhunderts eine politische Broschüre zu 9,1215, ja 18 Pfennigs; er ließ, ganz wie damals Francke gethanhatte, die Preissäule steigen ganz nach der Temperatur der Nachfrage,und diese richtete sich wieder besonders nach den wärmenden Strahlendrohender Verbote. Der Ostcrmeßtatalog 1709 enthielt eine Bekannt-machung von Phil. Wilh. Stock und Christ. Emmerich in Leipzig , daß Hier.Melters trostreiche und erbauliche Schriften (2 Bdc, Fol.), da nur nocheinige Exemplare vorhanden, die Unkosten vor und nach der Herstellung be-deutend gewesen uud die Exemplare anfangs für die Kirche aus bcsoudcrnUrsachen sehr wohlfeil abgelassen worden seien, nur noch bis zurMichaeliSmessc für acht Rcichöthaler verkauft werde», dann aberamPreise nach nnd nach höher steigen" würden. Thomas Fritsch in Leipzig setzte damals den Preis einer Carpzovschcn Schrift willkürlich von dreiThalcrn auf vier Thalcr in die Höhe.Vollends aber für den Sorti-mentsvcrkehr war es unter den obengenannten Umständen kaum andersmöglich, als daß die Bücher behandelt und gehandelt wurden fast ähnlichwie irgeud eine andere Marktware. In schriftlichen Bestellungen ausden ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts^ stellen Büchcrkäuferbald sehr energisch die Bedingung, daß man ihnen dennächsten preiß"annotiere und sie eines >ai«»mdlt;n inelii genießen lasse, bald ersuchtensie höflicher um Angabe dereuscrstcn Prciße" nndleichtesten ?retm",bald flehte» sie wehmütig darum, wie jener Teschencr Schullehrcr, der1718 uach Leipzig , wahrscheinlich an Wcidmauu, schrieb:in Hoffnung,Sic werden meine Haupt-inwution wegen der gottsccl. Armuth Ehristl.«Istöriren, rai^oimdlv Prciße der Bücher stellen." Wie es da ii»Buchladcn zugegangen scin mag, kann man sich lcicht vorstellen. Einzart besaiteter Gehilfe der Hallcschen Waiscnhausbuchhandlung bat 1702,ihm cine andere Stelle anzuweisen wegen der vielfältigen Käufer, dienicht zahlen wollten, was verlangt würde, und erklärten, i» cmdcrnLäden könnten sie es billiger bekommen; wobei sein Gemüt sichziemlichängstlich befunden und harte Stände erlitten"/"^ Man läßt es sichnoch gefallen, wenn der Buchhändler auf dem Jahrmarkt einem Bauernein Buchin Ansehung seiner Bücher-Begierde ^ in einem solchen Preißcliessc > darinnc cr cS sonst niemand gelassen hätte". Als aber z. B.