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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Kunden- nnd Knnfereabatt. Kataloge mit Preisangaben.

Verleger, und die Kruppe derer, die im Dränge leibhaften Kampfes umsBrot standen, charakterisiert als die Partei der kleinen Sortimenter.Johann Friedrich Älcditsch unterschied 1712 den wenig wählerischen Vicl-druckcr, dem es nur darauf ankommt, mit massenhaftem, billigst erzeugtemVerlage Chcmgc zu gewinnen, und der dann mit den Büchern schleudertund an keine Rechnung denkt, und den bedächtigen Verleger, der auchunter Umstäudcu in ein großes und langwieriges Unternehmen großeKosten steckt, der auf gute (d. h. für ihn selbst gute^ Preise sieht, sichdreimal überlegt, welchem seiner Kollegen er seine gute Ware anvertrauensoll, und im Verkehre mit dem Publikum nicht mit sich handeln läßt.Jenes ist der Buchhändler, dernimmermehr gedeyhcn kan", dieses derBuchhändler,der den Handel wohl versteht" (vgl. oben S. 378). Undwir können weiter nur cutnchmcu, daß der Kundenrabatt seinen Einzug inden Kreis einigermaßen feststehender Gcschüftsgcwohnheiten als Abzug vongrößcrn Büchcrbcstcllungcn gehalten hat, in der Höhe etwa von 10"/«.Elers meinte 1712, daß dein Käufer, wenn er eineziemliche sumrns vonKoi'dimsut-Büchern" erhandelt habe, eineErquickung gemacht, und einrnblmt gegeben" werden könne,etwa 10pCt."^; in einer BerlinerBücherrechnung vom Jahre 1724 wird dem Kunden von 109Thalcrn 11 gr.ein Rabatt von 10 Thalern abgerechnet.^^"

Die Bildung des allgemeingültigen Ladenpreises gehörte zu denallcrwichtigstcn Erfordernissen der Ausbildung des berufsmäßigen Buch-handels. Wir haben gesehen, wie er als ideale Norm der Entwickclungbeständig vorschwebt; wie er als solche thntsächlich vorhanden ist und dieAbweichungen eben solche sind und als solche erkannt uud empfundenwerden. Nötig war vor allem eine wirkliche Öffentlichkeit der Preise.Konnte sie in unserm Zeitraum allgemein zunehmender Publizität, dem Zeit-alter des Wachstums des Zcitungs-, der Entwickeluug des gelehrten Zeit-schriften-, der Ausbildung des buchhäudlcrischcn Katalogwcsens ausbleiben?

Es ist die Geschichte des buchhäudlcrischcn Katalogwcscns etwa vonBeginn des 18. Jahrhunderts bis zum Schluß unserer Mittlern Organi-satiouSpcriodc, die hier vor allem in Betracht kommt.

Daß die Auktions- und Nntiqnarkataloge mit Preisen erschienen,ist natürlich. Hier handelt es sich um individuelle PrciSansätzc. Die-jenigen der letztem sind mitunter allgemeine Durchschnittspreise. Inciucm Raumburgcr Auktionskatalog iJoh. Schümann, 18. Sept. 1682)