494 7- Kapitel: Das bibliopolische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, Censur,
heißt es zum Schluß, daß zugleich rohe Bücher seilgehalten würden, „dasAlphabet umb 2 gr 6 Pf", in einem Nürnberger Antiquarkatalog «D. Chr.Weber, 1738) werden die Bücher angeboten „den Bogen 2 Pf.gegen baare Bezahlung"; in einem andern desselben Buchhändlers da-gegen „um die Helffte des ordinaircn Preises gegen baare Zahlung".
Lagerkatalogc dagegen, die in den Niederlanden mit Preisangabenschon gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs begegnen, finden in Deutsch-land erst mit Beginn des zweiten Viertels des 18. Jahrhundertseigentlichen Eingang. Allerdings treten sie in vereinzelten Beispielenschon früher auf: so 1W2 der (^talo^n!- Varim-nm Leripwrum desakademischen Buchdruckers Henning Müller in Helmstedt (ohne Angabe derBogenzahl), wo vielleicht die Universität einen Druck ausgeübt hat; aberder mit Angabe der Bogenzahl und der Preise versehene Lagcrkatalogvon Saurmann in Bremen 1703 und die Nachträge dazu 172l> galtennoch als etwas ganz Besonderes. Die Spuren führen weiter besondersnach Berlin ; die Lagerkatalogc Joh. Andr. Rüdigers seit 1725, ChristophGottlicb Nicolais vom Jahre 1737 — wir wissen nicht, ob auch schonsein erster vom Jahre 1713, dessen der von 1737 Erwähnung thut —erschienen mit bci'gcsctztcn billigen Preisen. Aber auch die KricgerschcnKataloge (Gießen) seit 1728 haben durchweg bcigcdrucktc Preise; ebensoder Katalog Mcyers in Lemgo , 1733.
Im Jahre 1735 (Jubilatemesse) gab Joh. Christ. Martini in Leipzig seiuen Mcßkatalog mit Beifügung von Format, Jahr, Alphabet undBogeu und Preisen heraus: „damit jeder Käuffer so gleich bcy demersten Anblick sehen könne, was Er vor Sein Geld bekomme". Erthat es mit dem Bewußtsein der Bedeutung seines Schrittes. Er sagt:„Es ist zwar unter den Buchhändlern wenig gebräuchlich den dawlnoj»die Preiße der Bücher beizusetzen. Ich weiß auch wohl, daß ich denwenigsten meiner Herren Professions-Vcrwandten, und andern Bücher-Marchandeurs einen Gefallen erweisen werde. Ich habe aber auch darzugute 1'g.ison. Es sind viele bey ihrem ne^^tio mit einem billigenProfit nicht begnügt, sondern wollen darbcy mehr als der Verlegerselbst gewinnen. Daher übersetzen sie den Käuffer, und werffen dieSchuld auf jenen, als welchen man «wie sie sagen) fast die Worte mitabkauffen miiste, nnd hemmen dadurch den sonst bessern Abgang vonmanchem guten und nützlichen Buche. Indessen verspreche ich denen