500 7- Kapitel: Das bil'liopvlische Deutschland ; Absatz, Preis, Nachdruck, ileusnr.
Als allgemeiner Durchschnittspreis des Oktavbogens für Neuausgabcngangbarer populärer Litteratur alten Verlags und für Originalschriftcnderselben Gattung ergibt sich der von 3 bis 4 Pfennig. Überschrittenwird diese Grenze verhältnismäßig wenig, während die Preise häufigdaruntergcheu; wir können als weitcrgestecktc Grenzen die von 2,s und4,5 Pf., als weiteste die von 2 und 5 Pf. ansetzen. Die verschiedenenRobinsons kosteten großenteils 2 bis 3 Pf. pro Bogen, auch bei dengroßen Leipziger Verlegern; beliebte Büchelchen sehr alten Verlags gingenzuweilen auch in Leipzig bis nahe an 1 Pf. pro Oktavbogen herunter.Die zahlreichen bei Wagner in Ulm in den letzten Jahrzehnten des17. Jahrhunderts erschienenen, so viel gelesenen und für ihre Zeit sobezeichnenden Romane von Happel (Afrikanischer Tarnolast, OttomanischerBajazeth, Sächsischer Wittikind u.s.w., sämtlich in Oktav) kaufte manim Durchschnitt für 2,g Pf. pro Oktavbogcn. Harsdörffers DeutscherSecretarius (8", Nürnberg 1674, Ender) und Schauplatz jämmerlicherMordgcschichte (8", Hamburg 1662, Liebezeit) kosteten je 2,? Pf., seinSchauplatz lust- und lehrreicher Geschichten ^8", Hamburg 1703, Licbezeit)kostete 2,» Pf. pro Bogen. Hoffmannswaldaus Deutsche Übersetzungenund Gedichte (8", Breslau 1704, Fellgiebelj hatten den Bogcnprcis von
3, v Pf., Hoffmannswaldaus und anderer Gedichte <4709) den von
4, v Pf. In derselben Preislage etwa wie die letztern Schriften be-wegen sich Übersetzungen. Die deutsche Übersetzung von Sam. Clarcksgeistreichen Reden (8", Leipzig , Teubner) und von desselben Gedankenvom Ursprung des Bösen (8", Hannover 1731) hatten die Bogenpreisevon 3,g und 4,z Pf. Gracicms „Kluger Welt- und Staats-Mann"kostete pro Oktavbogen 3 Ps. (8", Augsburg, Kühtz) und 4 Pf. (8", Augs-burg, Mcrtz). Hugo Grotius ' 3 Bücher vom Recht des Kriegs uudFriedens konnte man mit Thomasius' Vorrede und Schützens Anmer-kungen (4", Leipzig 1707, Groschuff) für 2,s Pf. pro Quartbogcn erstehen.
Die alten Leipziger Oktavausgaben lateinischer Schriften von Comc-uius (Große, 1633, 1642, 1673) kostete der Bogen 2,3 bis 2,? Pf.,die Tübinger ^nua Irip-uMa (Cotta, 1659, 1689) 2,-- Pf. DieselbePreislage hatten Comcuiusschc deutsche Schriften (Spiel-Schul, 8",Frankfurt 1659, Götze, 2,u Pf.).
Zu den teuersten Werken gehörten die großen Leipziger Lexika. DasFrnuenzimmer.Lerikon (8", 1715) kostete pro Bogen 6 Pf., das Adels-