Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Westfälischen Frieden bis zum Beginn der klassischen Litteraturperiode : (1648 - 1740) / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
505
Einzelbild herunterladen
 
  

Mittlerer Bogcupreis deutschen und ausländischen Verlags. 505

Lexikon den 42 latcinischcn und 5 deutschen Ausgaben Deutschlands 51 nuoländischc Ausgaben gegenüber. Es kommt auch nicht darauf au,wie viele der Schriften anf beiden Seiten Nachdrucke waren, sondernauf den Gesamtverglcich unter dem Gesichtspunkte, was das Publikumunter den bestehenden Verhältnissen für die Bücher zu zahlen hatte.Dabei ergibt sich, daß, wenn die auslandischen Bücher berühmt warendurch ihre schönere Ausstattung, die deutschen dafür nicht nur in diesemund jeueiu Falle, sondern im allgemeinen durchgehend bedeutend billigerwaren. Der ausländische Buchhändler erscheint hier als der vornehmeUnternehmer, der deutsche als der Kaufmann, der für wohlfeilere Bedarfs-artikel sorgt. Die Londoner Folioausgabe von Erasmus' 1>4>i8wlg>6 von1i!42 kostete 12 NcichSthalcr, 8,,-, Pf. pro Bogen, ebensoviel die LcydcnerFolivanSgabe, <:n>lt ^>K. Lleriei (1703, 1706), während die Frobcnschc(Basel 1519, 1521) 1 Rthlr. 12 gr. kostete; Brandmüller in Basel aber brachte 17 l4 eine handlichere OktavanSgabe der I^iswlas sslee-1im'<Z8 für 10 Groschen, den Bogen zu 2,» Pf. anf den Markt.

Ein ähnlicher Preisunterschied, wenn auch nicht so bedeutend, bestandvielfach zwischen Nord- und Süddeutschland. Tic theologischen SchriftenTob. EißlerS, der zahlreiche uud geru gelesene Bücher geschrieben hat,erschienen teils in Helmstedt, teils in Büdingen ibci Rcgclcin), alle inOktav. Die Bogcnprcisc desZeugnisses vom iuncrn Wort" (1723>und desBedenkens von der Separation" (1730), beide in Helmstedt ,betrugen 3/! und 4 Pf.; diejenigen desUnterschieds zwischen der inner-lichen und äußerlichen Erkenntnis;" (1720), derSprüche Salomonis"(1730) und desBeschämten Ehristcnthnms" (1720), sämtlich in Büdingen ,2,7, 2,« und 2,s Pf.

Bon den 142 bei Gcorgi aufgezählten GcsaugbuchSauSgabeu kosteten58 68 Groschen, 24 verteilen sich auf die Preise von 25 Groschenund 41 auf die Preise von 1020 Groschen. Ein Preis vou 6 oder8 Groschen war der üblichste, darunter der von 4, darüber der von12 Groschen. Der Verkaufspreis der preußischen Quartkalcndcr warauf Gruud königlicher Verordnung der von 3 Groschen. Das vicl-bcliebte Volksbuch: Francions komische Historien kaufte man in derAmsterdamer DuodezauSgabe vou 1668 für 20, in der OktavanSgabevon Monoth, Nürnberg 1713, für 16 Groschen (Bogcnprciö 2,<., Pf.).Hausbücher und HauShaltcr kostete» ebenfalls pro Bogen etwa 2,7 bis