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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der Fremdherrschaft bis zur Reform des Börsenvereins im neuen Deutschen Reiche / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Errungenschaften, Forderungen, Richtungen. Bücherproduktiou. 199

dein als Triebkraft zugleich die fortschreitende Gestaltung technischerMeisterschaft von Bedeutung zu werden begann.

Mochte die Feier von 1840 ein Tag der Sammlung und Be-sinnung im Reiche der Ideen sein, der Ideen wissenschaftlichen Forschens,volkstümlichen Bildens, verlcgerischen Unternehmens, der Sammlungund Besinnung ferner im Reiche staatsbürgerlichen Daseins und volks-wirtschaftlicher Leistungen: es war und blieb mit alle dem der Tag der Ge-dächtnisfeier Gutenbergs , Seuefelders (gest. 1834) und Königs (gest. 1833);und neben ihnen standen die dahingegangenen und die noch lebendenErneuerer vor allem der Holzschneidekunst. Wir bringen, von der Warteder Gegenwart zurückblickend, jenen Jahrzehnten nicht das bewunderndegeschichtliche Interesse entgegen wie den letzten Jahrzehnten des 18. oderden letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Aber vergegenwärtigenwir uns an der Hand buchhandelsgcschichtlichcr Statistik, welche Stellungsie in der Geschichte des nationalen Wachstums der letzten Jahrhunderteeinnehmen. Die deutsche Büchcrerzcugung hatte unmittelbar vor Aus-bruch der Napoleonischen Kriege in Deutschland im Jahre 1805 ihrenGipfelpunkt mit der Erscheinungsziffer 4081 erreicht. Diese Hohewurde, nachdem die Depression der Jahre 18061813 vorüber war,wieder erreicht im Jahre 1821, in dem die Erschcinungsziffer 4375betrug. Im Jahre 1826 wurde die 5000 überschritten, im Jahre 1829die 6000, im Jahre 1830 die 7000, im Jahre 1832 die 8000, imJahre 1834 die 9000 und im Jahre 1838 die 10000. Im Jahre1840 betrug die Erscheinungsziffcr 10808. Die Büchererzeugung stiegin diesen zwei Jahrzehnten oder genauer in einem Zeiträume vonsiebzehn Jahren um 150 eine außerordentliche Erscheinung, wenn manbedenkt, daß das ausgehende 18. Jahrhundert und, nach der Depressionder Jahre von 1844 bis 1867 (der Stand von 1838 wurde erst 1868mit der Erscheinungsziffcr 10563 wieder erreicht), das ausgehende19. Jahrhundert beide zu derselben prozentualen Steigerung die doppelteZeit gebraucht haben, nämlich jenes die fünfunddreißig Jahre von 1770(Erscheinungsziffer 1676) bis 1805 und dieses die dreiunddreißig Jahrevon 1868 bis 1901 (Erscheinungsziffer 25331).

Und denken wir genugsam daran, daß damals in Friedrich König der Gillenberg der Neuzeit auf der Höhe seines Wirkens stand, derdie Leistungsfähigkeit der Presse auf den Druck von 1200 Bogen auf