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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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zeigt sich dasselbe Herabgehen der Stücklöhne und dieselbeSteigerung der Produktion pro Arbeiter, dabei dieselbe Er-höhung der Wochen Verdienste.

Mag der immer noch koloniale Charakter Amerikas (höhere Anlagekosten der Spindel und des Webstuhls, stärkereNachfrage nach Arbeit, teureres Kapital u. s. w.) die dortigeIndustrie sonst noch nicht geeignet erscheinen lassen, allgemeinevolkswirtschaftliche Principien aus ihr abzuleiten, so ist dochin Bezug auf den Ersatz der Arbeit durch Kapital das ameri-kanische Beispiel äufserst lehrreich. Die Angaben Atkin-sons betreffen zwei Fabriken, welche seit 1830 dieselbe Ware(Standard sheetings Breite 36 Zoll, Garn No. 14) unverändertproduzieren und das erforderliche Garn selbst spinnen; in denKosten der Arbeit sind somit hier sowohl die Kosten des Spinnenswie des Webens enthalten. Die Angaben sind den Geschäfts-büchern der betreffenden Firmen entnommen.

Jahresproduktion

Kosten der

Jabresverdienst

pro Arbeiter

Arbeit pro yard

der Arbeiter

1830

4 321 yards

1,9 cts.

164 dollars

1850

12164 -

1,55 -

190

1870

19 293 -

1,24 -

240

1884

28 032 -

1,07 -

290

Auch für Deutschland läfst sich unzweifelhaft eine ähn-

liehe Entwicklung nachweisen. Zwar gehen die Stühle lang-samer, sind die Verluste trotzdem gröfser und ist die Produk-tion pro Stuhl geringer als in England . Auch ist die Zahlder Arbeiter eine weit höhere, sodafs trotz niedrerer Wochen-löhne die Kosten der Arbeit in Deutschland wahrschein-lich höher sind als in England . Es beruht dies auf demMangel an hochgelernter und hochleistungsfähiger Arbeit. Je-doch ist diese Thatsache durch das verhältnismäfsig nochjugendliche Alter der Kraftweberei in Deutschland leicht zuerklären. Hat sich doch in den östlichen Teilen Deutschlands ,