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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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Das angeführte genügt, um zu zeigen, clafs der eng-lische Maschienhau in hohem Mafse diejenigen Züge an sichträgt, welche wir als Eigentümlichkeiten der grofsindustriellenEntwicklung an der Baumwollindustrie nachwiesen: dieselbeZusammenfassung und Arbeitsteilung, dieselbe fortschreitendeVerbilligung der Produktionskosten, vermittelt durch Ersatz vonArbeit durch Kapital, dieselbe Verbilligung der Kosten derArbeit begleitet von gleichzeitiger Hebung der Wochen-verdienste der Arbeiter. Stehen doch die englischen Ma-schinenbauer, mit deren Erzeugnissen vielfach Konkurrenz aufdem Festlande unmöglich erscheint, durchschnittlich noch überder höchsten Klasse der Baumwollarbeiter, dem Mulespinner,und sind recht eigentlich die Aristokratie der Arbeit Englands wie damit Europas überhaupt. Bereits Anfang der siebzigerJahre erlangten sie den Neunstundentag und stehen gegen-wärtig mitten in der praktischen Durchführung des Acht-stundentages.

Mit der gröfseren Entwicklung der Maschinenfabrikationbesitzt England die technisch leitende Stellung in derBaumwollindustrie; denn heute sind es fast immer Maschinen-fabriken, von denen die technischen Fortschritte ausgehen,beispielsweise schon die Einführung des Selfactors durchRoberts und die neuerliche Vervollkommnung der Ringspindeldurch Brooks.

Die Anlagekosten aber sowohl für Kraft- wie Werkzeugs-maschinen werden geringer mit der Ausdehnung der Gesamt-anlage, was bei dem gröfseren Durchschnittsbetriebe der eng-lischen Spinnerei einen weiteren Vorteil für England bedeutet.

Die Anlagekosten der Spindel sind daher in England niedriger als in Deutschland . Folgenden Zahlenangaben fürEngland liegen von mir Sommer 1891 gemachte Ermittlungenzu Grunde.