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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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werbliche geworden waren, mufste zunächst eine ähnliche Klassebürgerlicher Besitzer sich ausbilden zur Übernahme politischerwie socialer Pflichten. Ich habe an anderem Orte geschildert,wie das Vorhandensein solcher unabhängigen Elemente diesociale Entwicklung Englands später mächtig gefördert hat,nachdem es in weiten Kreisen öffentliche Meinung gewordenwar, dafs Besitz soweit er nicht produktiven Zweckendient nur insofern und in dem Mafse berechtigt sei, alssein Träger der Aufwärtsbewegung der Besitzlosen diene.

Im Gegensatz zu der früheren gewohnheitsmäfsigen oderrechtlichen Verteilung des Volkseinkommens aber führte dieneue Entwicklung zunächst ohne Zweifel zur Schärfung derVermögensgegensätze. Solche Verhältnisse hatte Ricardo beiAufstellung seines Lohngesetzes vor Auge, solche lernte Iv. Marxin den von ihm studierten englischen Blaubüchern der dreifsigerund vierziger Jahre kennen. Kraft- und hoffnungslos schliefstsich der Arbeiter in solchen Zeiten zu jener intransigentenArbeiterpartei zusammen, die sich aufserhalb des Staates stelltund darum jedes Gewichtes im Staate entbehrt. Man hofft,den Staat zu erobern, um ihn im eignen Interesse einzurichten.Als ob dies durch einen Handstreich gelänge, während dochder Einflufs im Staate lediglich von der Verteilung der wirt-schaftlichen Macht zwischen den Klassen der Gesellschaft ab-hängt. Aber auch diese Bewegung ist nicht nutzlos. Indemsie die herrschenden Klassen und zunächst vielfach geradedie agrarischen Mächte zur Arbeiterschutzgesetzgebung ver-anlafst, treibt sie die technisch - wirtschaftliche Entwicklungvorwärts.

Fassen wir die Merkmale jener ersten Stufe der Grofs-industrie zusammen. Wirtschaftlich betrachtet sind sie hoheProduktionskosten auf Grund teurer, weil massenhaft ange-wandter Arbeit und teuren Kapitals, hohe Preise und hohe