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Der Grossbetrieb : ein wirtschaftlicher und socialer Fortschritt ; eine Studie auf dem Gebiete der Baumwollindustrie / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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überfüllte Städtchen und begaben uns zunächst nach demStrande. Hier wogten tausende von Menschen, so weit dasAuge die Dünen verfolgen konnte, wohlgenährt und wohl-gekleidet, die Männer meist von jenem kräftigen, etwasplumpen Körperbau, wie er uns vielfach am Engländer auf-fällt, die Mädchen und Frauen an Wuchs, Statur und Ge-sichtsfarbe vielfach echte Britinnen, daneben vereinzelt kel-tische Typen.90°/ o dieser Leute", belehrte mich mein Be-gleiter,sindmillhands", d. h. Arbeiter der Baumwollindustrie,die übrigen meist Maschinenbauer." Sein geübtes Auge er-kannte in der Menge bald die Vertreter der hauptsächlichstenGewerbszweige Lancashires.Jener schlanke, etwas in sichgekehrte Mann, der mit seiner besseren Hälfte zum Feste her-bei kam, ist der Mulespinner, der wöchentlich 2 £ und mehrverdienen mag. Jene kräftigere Erscheinung daneben ist wahr-scheinlich ein Vertreter des überall neben der Baumwollindu-strie ansässigen Maschinenbaus und dann gewifs Mitgliedder berühmten amalgamierten Gesellschaft. Jenes voll er-wachsene Mädchen, das augenscheinlich viel auf sich undäufsern Anstand hält, dürfte eine der in unserer Stadt häufigenVierstuhlweberinnen sein mit wöchentlichem Verdienst von 24 sh.und mehr und hübschen Ersparnissen 5 dort das jüngere Volk,billiger und bunter gekleidet, kommt aus den Kardier- und Vor-spinnsälen, auch mögen unter den Jüngeren Ringspinnerinnenvertreten sein, welche unser Freund Mullin jetzt organisiert."Wenn Sie darauf achten", fuhr mein Begleiter fort,so lehrtSie bereits der Augenschein, dafs die Frauen hier späterheiraten als unter dem elenden Proletariat unserer Grofsstadt.Anders früher! So lange sie wirtschaftlich ihre Lage durchdie Ehe nicht verschlechtern konnten, heirateten auch dieBaumwollarbeiterinnen früh und brachten häufig Kinder indie Ehe mit. Heute denken sie meist daran, statt dessen mit