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und der Viehzucht „können noch ins Nngemcssene gesteigert werden",im Nordwesten scheint es möglich, den Weizenbau auf das Hundert-fache von heute zu bringen — nur „tns xc>xu1g.tion 13 laclciiiF".^
Wie in Canada, so würden auch iu Centralamerika Nahrnngs-auellen sich erschließen, wenn die Vereinigten Staaten aus derReihe der Korn exportierenden Länder ausscheiden sollten. InMexiko steht der Ackerbau, trotz hoher Gunst des Klimas und desBodens, noch auf ganz niedriger Staffel der Entwickelung, extensivwie intensiv. Die Verhältnisse ähneln denen in Californien : derSchwerpunkt der Volkswirtschaft liegt in der Mineuiudustrie, dasagrikole Gewerbe leidet unter dem Mangel an Händen, die dielohnendere Beschäftigung in den Bergwerken vorziehend)
Und Südamerika ? In Argentinien war, nach einer Schätzungvon 1893^), erst etwa ^/„g des Weizenareals unter den Pflug ge-nommen — heute (die Ziffern sind mir derzeit nicht zur Haud)eine größere Quote. Aber noch immer jammern die dortigen Staats-männer und Agrarier über die „seareit^ ok I^ncis".^')
Auch die südlichste Provinz Brasiliens , Rio Grande du Sul,könnte zu einein Weizenlande hohen Ranges werden. Anfangs desJahrhunderts stand hier die Cerealienprodnktion in Flor und faudbeträchtlicher Export uach Nordamerika statt. Der Kornbau gingaber wegen des Einbruchs des „Brandes" und der Störungendes Bürgerkrieges zurück. Heute wird er zurückgehalten durch diegeringe Eutwickeluug der Müllerei und des Verkehrswesens einerseits,durch die Konkurrenz der Kaffee- und Gummiproduktion, welchebisher höhere Rentabilitätschancen bieten, um die Arbeiter anderer-seits") — wie einst in Nordamerika der Kornbau durch die Kon-kurrenz der Tabak- und der Baumwollprodnktion.
Economist , 1894, S. 1319. — D. Kolon.-Ztg., 1396, S. 172, —Ztschr. d. preuß. Statistischen Bureaus, 1893.2) Aktionär, 1899, S. S02.°) Export, 1893, Nr. v. 9. September.
4) Economist , 1897, S. 1703. Symptomatisch ist die Einführung einerJunggesellensteucr (1898).
°) Vgl. I. Wolf (a. a. O., S. 11, IS), der um Argentiniens willenSüdamerika als den „Erdteil der Zukunft" bezeichnet.
°) Export, 1398, S. 441. — Nach dem Vortrag von Hermann Meyer