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Arbeiter nach dem Osten Deutschlands und die Slavisicrungder Städte Deutsch-Österreichs zurückzuführen ist.
Zur Zeit, als Carlylc schrieb, hatten anch die gelerntenArbeiter sich noch nicht zu der Höhe emporgearbeitet, welchesie heute in England behaupten. Danials war ihre Lageviel schwankender als heute und ihr Dasein für den Falleiner Handclskrise, des Alters oder der Krankheit durchausungesichert. Carlyle hatte eben alle die Schäden vor Augen,welche das Jndustrialsystcm bei seinem Auftreten über einLand zu bringen pflegt.
Das einzige Mittel, mit welchem die besitzenden, vonder- klassischen Nationalökonomie beherrschten Klassen die vor-handenen Schäden zu heilen gedachten, war eine Armenge-setzgcbnng. Zum Zweck der Abschreckung von der Armuthatte man ausschließliche Unterstützung im Arbeitshause ein-geführt. Aber die Thatsachen waren stärker als das Gesetz.Im Jahre, als Carlyle „Vergangenheit und Gegenwart" ver-öffentlichte, überwog bereits die Unterstützung außerhalb desArbeitshauses. Man berechnete damals, daß von 15 MillionenArbeitern 2 Millionen Armenunterstützung erhielten, von denennur die Minderzahl im Arbeitshause untergebracht war, „weildie Arbeitshäuser zum bersten voll sind uud das starkeArmengcsetz durch ein noch stärkeres zertrümmert wird".Die Ausgaben der Armenvcrwaltung wuchsen ins unge-mcssene nnd mußten selbst dcu beschränkten Bourgeois stutzigmachen. „Bringt zehnmal, ja zwanzigmal so viel auf/' ruftCarlyle jenen zu, „ihr werdet die Verhältnisse nicht besserndArm und Reich können „eben auf der Basis eines bloßenArmengesetzcs" zusammen nicht existieren.
Worin nuu besteht nach Carlyle das innere Wesen dessozialen Mißstandes? Carlyle erwidert darauf kurz: derPauperismus ist die sichtbare Erscheinung der Sünde unseressozialen Systems („parlxörisrn is cnir social sin Zrown mani-lest,"); all die Mängel und Schäden, an welchen sich dieheutige Gesellschaft krank fühlt, sind nichts als die Symp-tome eines tief innerlichen Kcrnschadens, woraus denn folgt,