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Thomas Carlyle's Welt- und Gesellschaftsanschauung / von Gerhart von Schulze-Gaevernitz
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siegen, aber nicht die Bedingungen der Revolution zu be-seitigen vermag. Vielmehr Pflegen, nachdem wieder Ruheeingetreten ist, die arbeitenden Klassen schlechter daran zusein als zuvor. So hat in der Pariser Kommunediestnmme Kreatur^ wieder in fürchterlicher Weise zu den oberenKlassen Europas geredet:Unsere Lage, nach achtzig Jahrendes Kampfes, ihr Betrüger, ist unverändert, unerträglichervon Jahr zu Jahr, von Revolution zu Revolutiou. Wennihr sie nicht bessern könnt, so wollen wir die Welt in dieLuft sprengen und uus und euch mit."

Es zeigt sich so offen, daß der Individualismus dieNegation der Gesellschaft ist, daß er nur solange sich äußer-lich halten kann, als er von überliefertem Kapital lebt.DieMenschen haben das Universum so aufgefaßt, wie es nichtist. Die Natur sagt zum Individuum, das sein Leben aufGrund dieser irrigen Auffassung regeln will: Nein. Siesagt es in gleicher Weise zn einer Nation von Individuen.

--Nur Versumpfung, Niedergang, Mangel an Kartoffeln,

unbebaute Haideu, zerfallene Hütten, endlich Sozialdemokratie,Straßenbarrikaden, rote Republiken und am Schluß dasChaos ist auf diesem Wege erreichbar."In traurigerOscillation, rasenden grundlosen Wirbeln schwankt die euro-päische Gesellschaft dahin, bald schrecklich niedersinkend, baldsich mit Mühe wicdererhebend, in immer kürzeren Zwischen-räumen bis eine neue Fclscnbasis ans Licht kommt unddie Sintflut des Aufruhrs uud der Notwendigkeit des Auf--ruhrs sich verlauft"

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