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Das Wirtschaftsleben der antiken Welt : Vorlesungen gehalten als Einl. z. Wirtschaftsgeschichte d. Mittelalters / von Lujo Brentano
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Die griechische Wirtschaftsentwicklung.

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1300 bis 1000 v. Chr. fällt die erste Epoche griechischerKolonisation 4 ).

Das Ägäische Meer wird ein griechisches Meer, in demwohl noch phönikische Kauffahrer erscheinen, aber nichtmehr die Vorherrschaft haben. Die Griechen dringen weithinein in die Sphäre der Herrschaft der Phöniker 1 2 ). Auchnach Westen haben sich Einflüsse der mykenischen Kulturverbreitet nach Sizilien, Unteritalien, Sardinien . Sardi-nische Söldner, mykenisch bewaffnet, die Schardana, findenwir in den Jahren 1360 v. Chr. im Dienste der Phara-onen 3 4 ); und unter den Nordvölkern, welche unter demNachfolger Ramses II. , Meneptha (ca. 12341200 v. Chr.),Angriffe auf Ägypten machten, haben sich schon Griechenbefunden, welche durch die Phöniker mit der Kultur desOstens in Berührung gekommen waren.

Der Gewinn, den der Raub zu Wasser und zu Landund der Handel abwarfen, ist in erster Linie den Stammes-häuptern zugefallen. So sind aus kleinen Häuptlingenmächtige Könige geworden. Mit Hilfe des so ange-sammelten Reichtums haben sie ihre großen Burgen er-richtet. Um diese herum wohnte zum Schutz gegen feind-liche Angriffe in Städten zusammengedrängt die ihnenuntertänige Bevölkerung. Bezeichnend ist, daß die Königs-städte nirgends unmittelbar am Meere liegen, aber dochin möglichster Nähe, auf von der Natur geschützter An-höhe 4 ). Das gab die Möglichkeit des leichten Zugangszum Meere zum Zweck des Seeraubs wie des Handels unddabei größere Sicherheit gegen die Überfälle fremder See-räuber.

Als wertvollstes Handelsobjekt werden uns die Metallebezeichnet. Metallwaren waren ein kostbarer Besitz. DieBearbeitung der Metalle war für die Zeit der mykenischenKultur das führende Handwerk. Neben die Schmiede traten

1) Ebenda 247; Beloch, Griech. Gesch. I, 1, S. 126ff.

2) Eduard Meyer, G. d.A. II, 248.

3) Ebenda 208, 209.

4) Ebenda 157, 158.