Die griechische Wirtschaftsentwicklung. 31
griechischen Wirtschaftsentwicklung: zur Organisation dergriechischen Volkswirtschaft auf Grundlage der Geldwirt-schaft.
Betrachten wir, wie sich die Entwicklung vollzogen hat.
Ich habe schon davon gesprochen, daß die Griechen diePhöniker aus dem Handel mit dem von Griechen be-wohnten Gebieten verdrängt haben; ebenso haben sie mitihnen auch im Handel mit nichtgriechischen Ländern zukonkurrieren begonnen. Dies hat bei den auf den Inselnund in Kleinasien wohnenden Griechen seinen Anfang ge-nommen. Schon am Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr. findenwir in dem im westlichen Delta von Ägypten gelegenen Nau-kratis Milesier angesiedelt 1 ). Unter dem Pharao Amasis(569—529) hat die Stadt Naukratis ein Stapelrecht erhalten,welches für sie zur Quelle großen Reichtums gewordenist: kein Schiff durfte durch einen anderen Nilarm als den,an dem Naukratis gelegen, in das Delta einlaufen 2 ). Da^gegen hat Amasis das Handelsmonopol der Milesier aufge-hoben. infolgedessen machten sich dort vier Handelsgesell-schaften ansässig. Die eine bestand aus Chiern, Teern,Phokäern, Klazomeniern, Rhodiern, Knidiern, Halikar-nassern, Phaseliten, Mytilenäern und besaß ein gemein-sames Heiligtum, das Hellenion. Eine zweite bestand ausÄgineten, eine dritte aus Samiern, eine vierte aus Milesiern;auch von diesen hatte eine jede ihr Heiligtum. Jede dieservier Faktoreien hatte ihre besonderen Vorsteher und standmit den Mutterstädten in Verbindung 3 ).
Mit der steigenden Bedeutung des Handels für dasgriechische Wirtschaftsleben haben sich dann wichtige Ände-rungen auf allen Gebieten desselben geltend gemacht.
1. Vor allem auf dem Gebiete des Handels selbst. Ichhabe erzählt, wie er uns bei Homer und bei den griechi-schen Schriftstellern, die von den Anfängen der griechischenGeschichte reden, in enger Verbindung mit dem Seeraubentgegentritt. Die Seeräuber machten aber die Erträgnisse