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Die griechische Wirtschaftsentwicklung.
nur die Griechen, sondern auch die Barbaren, namentlichdie persischen Satrapen, ja selbst die Karthager, bedientensich griechischer Söldner. Sogar Männer, wie Agesilaos 1 )und Philopömen hielten es nicht für unter ihrer Würde,an der Spitze von Söldnern für Fremde zu kämpfen.Trauernd klagt Lysias : „Die Leiber der Hellenen gehörendenen, die da zahlen können.“
Außer dem Lohnsatz, der die Söldner nicht verführthätte, ihr Leben für andere in die Schanze zu schlagen,war es die Aussicht auf Beute, die sie verlockte. DieSöldner achteten das Eigentum weder bei Freund nochbei Feind, und die gleichzeitigen Schriftsteller sind voll derbittersten Klagen über die Art und Weise, wie sie hausten.In erhöhtem Maße gilt dies von ihren Führern. In späterenZeiten, wo diese mit vollständigen Heeren in den Diensteiner kriegführenden Macht traten, scheinen sie beim Ab-schluß eines solchen Vertrages meist bedeutende Summenerhalten zu haben. Aber damit nicht zufrieden, haben sieihre Macht oft benützt, um auf alle Weise Geld zu er-pressen und zu rauben. Einige von ihnen gelangten so zugroßem Reichtum und Macht, so daß selbst Könige sichbereit fanden, ihnen ihre Töchter zu Gattinnen zu geben.Chares hat es sogar zum Fürsten von Sigeion gebracht.Nur Xenophon , der älteste aller Condottieri, hat eine Aus-nahme gemacht.
Wenn wir so sehen, daß zur Zeit der größten Blütedes griechischen Volks die griechische Volkswirtschaftebenso wie vor ihr die babylonische, phönikische und dieägyptische zur Zeit des Neuen Reichs in allen ihrenZweigen vom Kapitalismus beherrscht war, ergibt sich, daßdiese Völker auch der Schwierigkeiten Herr geworden seinmüssen, welche sich aus dem Fehlen besonderer Schrift-zeichen, ähnlich den sogenannten arabischen Ziffern, für