Die byzantinische Volkswirtschaft.
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sich da treffenden fremden Kaufleute nicht miteinander ver-kehrten und zum Beispiel der Italiener nicht unmittelbar anden Asiaten verkaufte und umgekehrt; sondern jeder fremdeKaufmann sollte nur an einen byzantinischen verkaufen undvon diesem kaufen können; die Vorschrift hat dann dazugeführt, daß die Italiener direkt nach den Gestaden desSchwarzen Meeres fuhren; sie war also eine der Maß*-nahmen, welche dazu führen sollten, die Handelsherrschaftder Byzantiner zu brechen.
Die Gewerbe, welche in dem Buche des Präfekten ge-regelt sind, waren handwerksmäßige Betriebe. Neben demHandwerk finden wir auch schon den kapitalistischen Be-trieb; denn die Seidenfabrikation, nicht bloß die des Staats,deren Erträgnisse einen wichtigen Bestandteil der kaiser-lichen Zivilliste ausmachen 1 ), sondern auch die, in denender Privatbetrieb zugelassen war, ebenso die Verfertigungvon Brokaten, Samt, Teppichen, Glas dürfte hausindustriellund in Manufakturen stattgefunden haben. Befanden sichdoch gegen Ende des 11. Jahrhunderts in Byzanz sogarschon Fabriken, die für Rechnung venezianischer Häuserbetrieben wurden; um dieselbe Zeit geschieht der Werk-stätten von Bürgern aus Melfi Erwähnung; weiterhinkommen pisanische und nochmals venezianische Fabrikantenvor 2 ). Auch wurden die Seidenarbeiter, welche Roger 11.von Sizilien aus Theben und Korinth nach Palermo über-geführt hat 3 ), hausindustriell oder in großen Räumen unterLeitung von Werkmeistern, also in Manufakturen, be-schäftigt 4 ).
Daß damals auch schon technische Fortschritte gemachtwurden, sowohl mechanische als auch chemische, zeigen dieNachrichten über die Maschinen und das griechische Feuer,