Vorwort
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und unsterbliches Ideal, die Vorstellung von der höherenBestimmung aller Menschen, gewesen ist, das die An-erkennung der persönlichen Freiheit gebracht hat, undwie es das Prinzip der Zweckmäßigkeit war, was dieVorstellung, daß kraft Naturrechts allen alles gemeinsei, überwunden und vom ursprünglichen Kommunismus,soweit ein solcher bestanden hat, zum Sondereigentumund dessen immer schärferer Ausbildung geführt hat.Die eine wie die andere Entwicklung, die zur persön-lichen Freiheit wie die zu immer schärferer Ausbildungdes Sondereigentums, sind getragen gewesen von demBedürfnis der fortschreitenden Kultur nach intensivererWidmung von Produktivkräften und Produktionsmittelnan den Produktionszweck.
Vom Standpunkt des Einzelnen fällt dies zusammenmit dessen Streben nach immer größerem Reichtum.Dieses hat die Wirtschaftseinheiten von ihrem erstenAuftreten in der Geschichte bis heute beseelt. Woein Volk sich stärker als ein anderes fühlte, führtees zum Krieg. Die gewaltsame Wegnahme vonLändereien und anderen Gütern, die man begehrte,war die erste anf Erwerb gerichtete Tätigkeit bei allenVölkern. Aber nicht alle Völker waren widerstands-unfähig gegen Kaub und Gewalt, und da trat derHandel als der jüngere Bruder des Kriegs an dessenStelle. Aber eben als solcher war er von dem gleichenGeiste wie dieser beseelt. Wenn auch nicht bewaffnet,so trat er dem Fremden doch als Feind gegenüber,von dem es galt den größtmöglichen Vorteil zu erzielen.Und das ist ihm geblieben. Im Wesen des Handelsliegt ein stetes Vergleichen des Wertes, mit dem manauszieht, mit dem Wert, den man heimbringt, und dasStreben, daß der Überschuß des Letzteren über denErsteren möglichst groß sei. Er hat mit zunehmendemVerkehr zur fortschreitenden Durchsäuerung aller
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