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Vorwort
Wirtschaftszweige mit seinem Geiste und zur Auf-lösung der auf der Landleihe beruhenden feudalenWirtschaftsordnung und ihrer Ersetzung durch diekapitalistische geführt.
Der Darlegung dieser Entwicklung seit dem An-fang des germanischen Mittelalters ist der YI. Ab-schnitt „Die Anfänge des modernen Kapitalismus“ ge-widmet.
Nun aber erwarte ich einen Ein wand.
Ich habe oben gesagt, daß einer der Gründe, diemir an den Lehren der klassischen NationalökonomieZweifel erweckt haben, der war, daß sie das StrebeDdes modernen bürgerlichen Individuums nach demgrößtmöglichen Gewinn zum Ausgangspunkt ihrer Be-trachtungen gemacht habe, so zwar, daß sie darauswie aus einem Axiom ein vollständiges Lehrgebäudeder Volkswirtschaft deduziert hat, während in ver-schiedenen Zeiten und Klassen die Beziehungen derEinzelnen zueinander auf ganz anderen Prinzipien auf-gebaut gewesen sind. Andererseits habe ich in derzweiten bis fünften Abhandlung darzulegen gesucht,wie gerade an diesem wirtschaftlichen Egoismus diechristlichen Lehren vom Seinsollenden gescheitert seienund wie alle idealen Forderungen nur soweit zur Ver-wirklichung gelangten, als die von diesem Egoismusgetragene Zweckmäßigkeit dies zulasse.
Die Lösung dieses scheinbaren Widerspruchs gibtder VII. Abschnitt über Begriff und Wandlungen derW irtschaftseinheit.
Der Begriff der Wirtschaftseinheit ist nämlichmit Nichten mit dem jedes Einzelnen zusammenfallend.Eine Wirtschaftseinheit kann aus einer Vielheit vonMenschen bestehen; das ist sogar heute noch die Regel,und noch weit mehr gilt es für die Vergangenheit.Sie ist gegeben, wo immer eine Einheit der Tätigkeit,