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trat erschreckend hervor. Was nützte es uns, wenn wirunsere Universitätsprüfungen noch so glänzend be-standen , nicht aber das Examen, welches das Lebennun mit uns abhielt! Auf allen Gebieten der Volks-wirtschaft wurden wir vom Zweifel gegenüber demErlernten ergriffen, und die Stimmung, die uns be-herrschte , fand ihren bezeichnenden Ausdruck in derAntwort eines mir gleichaltrigen Genossen, als er amTage nach seinem musterhaft bestandenen Examen vonseinem Professor über die Ursache seines Mißmutsbefragt wurde: Ach Herr, erwiderte er, ich möchte sogern etwas lernen!
Schon als Student hatte es mich stutzig gemacht,daß die klassische Nationalökonomie selbst auf demWirtschaftsgebiete, auf dem ihre Voraussetzungen ammeisten mit der Wirklichkeit übereinstimmen, auf demGebiete des Geld- und Bankwesens, in der Theorie Irr-tiimer wie die Quantitäts- und die Currency-Tlieorieund in der Praxis verkehrte Maßregeln wie die PeelscheBankakte zu Tage gefördert habe, daß dagegen Tookees gewesen war, der durch das unmittelbare Studiumder historischen Vorgänge zur Erkenntnis jener Irr-tümer geführt hatte. Um so mehr erwartete ich nurvon einem derartigen Studium das Heil auf jenen Ge-bieten, auf denen die klassische Nationalökonomie selbstzu ahnen schien, daß von dem erleuchteten Strebennach dem größtmöglichen Vorteil in der Weise, wiesie es bei ihren Deduktionen voraussetzte, in der Wirk-lichkeit nichts zu finden sei, und dementsprechendgelegentlich an die Stelle des behaupteten Seins einSeinsollen einzuschmuggeln bemüht war.
Ich will hier nicht bei der Auffassung verweilen,wonach der Wert jedes Gutes bedingt sein soll durchdie Menge Arbeit, die auf seine Herstellung verwendetwurde. Allerdings ist auch sie nur eine Folge jenes