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Nationalökonomie nicht einmal versucht. Die Folgewar, daß der nach ihren Lehren ausgebildete jungeMann im Lehen alsbald verwaltete und wirkte, als ohseine hypothetisch richtigen Sätze der Wirklichkeitallenthalben und vollständig entsprächen. Die Nach-teile, welche dies brachte, wurden vorhin hervor-gehoben.
Aus diesen Mißerfolgen der klassischen National-ökonomie ergab sich für mich eine doppelte Aufgabe.
Zunächst glaubte ich feststellen zu müssen, unterwelchen Verhältnissen das Streben nach dem größt-möglichen Gewinn das wirtschaftliche Leben durch-schlagend beherrscht, und unter welchen Bedingungenandere Faktoren bestimmend wirken.
Hierbei gaben mir für die ältere Zeit die Unter-suchungen der deutschen Hechts- und Wirtschafts-historiker sowie der Engländer Lubbock und Maine Mwichtige Fingerzeige.
Danach finden wir am Anfang der geschichtlichenPeriode das Land im Gemeinbesitz der Dorf- oderMarkgenossen. Eine jede Markgenossenschaft istautonom. Eine jede bebaut ihre Feldmark inmittenihres Gemeindelands. Eine jede befindet sich in Fehdemit ihren Nachbargenossenschaften.
Allein es gibt verschiedene Plätze — Plätze wahr-scheinlich, an denen die Grenzen Zusammenstößen —,die neutral sind.
*) Ygl. Sir John Lubbock , Die Entstehung der Zivilisationusw. Deutsch von A. Passow. Jena 1875, S. 253. — H. S. Maine,Yillage Communities in the East and West, 3. ed. London 1876.S. 186—199. — Vgl. auch Goldschmidt, Handelsrecht I, 3. A.S. 24, 29. — Karl Bücher, Die Entstehung der Volkswirtschaft,3. A. S. 79.