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sclieinungen beherrschende Prinzip. Denn sowohl gibtes heute noch Länder, deren wichtigste Wirtschaftensowenig in den Weltverkehr verflochten sind, daß dasHerkommen noch vollständig die volkswirtschaftlichenVerhältnisse zu bestimmen vermag, als auch sind selbstin den wirtschaftlich entwickelten Ländern nochnicht alle Verhältnisse von jenem rücksichtslosen Er-werbsegoismus durchdrungen. Sehen wir doch selbstauf dem Gebiete des Geldwesens die Preise im Klein-handel und die Löhne nicht, wie die klassische National-ökonomie annimmt, entsprechend den Veränderungendes Geldwertes schwanken. Auch in vielen anderenBeziehungen zeigt sich der Kleinhandel noch vomHerkommen beherrscht. Noch weniger rücksichtsloskommt der Erwerbsegoismus in der Regelung der ge-werblichen Arbeiterverhältnisse zum Ausdruck. Amwenigsten beherrscht derselbe die Verhältnisse derkleinen Bauern, kleinen Pächter und landwirtschaft-lichen Arbeiter. Nur in Amerika scheint, wenn wirden darüber berichtenden Schriftstellern glauben sollen,der abstrakte Mensch der klassischen Nationalökonomiesoweit Fleisch geworden zu sein, daß selbst der Arbeiterseinen Beruf mit der wechselnden Konjunctur ändert,wie anderswo seine Kapitalanlage der Kapitalist J ).
Das hier dargelegte Ergebnis führt aber mit Not-wendigkeit zu einer weiteren Aufgabe. Für denjenigen,der dasselbe annimmt, kann es offenbar nur eine Losunggeben: die unmittelbare Beobachtung der wirtschaft-lichen Erscheinungen. Diese hat nicht nur festzustellen,wie weit sie vom wirtschaftlichen Egoismus oder vonanderen Faktoren beherrscht werden, sie wirdauch klarlegen, in welcher Art und Weise diekonkreten Verhältnisse, innerhalb deren der wirt-
*) Vgl. Sartorius von Walterehausen, Die amerikanischenGewerkschaften.