Die wirtschaftlichen Lehren des christlichen Altertums 97
es ist bei allen dasselbe Gebilde. Yon der Erde, voneinem einzigen Manne ließ er alles stammen, allen wieser uns dasselbe Haus an. Aber alles das half nichtsbei uns. Er hat auch andere Dinge zum Gemeingutgemacht, z. B. Bäder, Städte, Plätze, Promenaden.Und man beachte, wie es bei solchem Gemeingut keinenHader gibt, sondern alles geht friedlich her. Sowieaber einer etwas an sich zu ziehen sucht und es zuseinem Privateigentum macht, dann geht der Streitan, gleich als wäre die Natur selbst darüber empört,daß, während Gott uns durch alle möglichen Mittelfriedlich beisammen halten will, wir es auf eine Trennungvoneinander absehen, auf Aneignung von Sondergut,daß wir das „Mein und Dein“ aussprechen, dieses frostigeWort. Yon da ab beginnt der Kampf, von da ab dieNiederträchtigkeit. Wo aber dieses Wort nicht ist,da entsteht kein Kampf und kein Streit. Also dieGütergemeinschaft ist mehr die adäquateFormunseresLebensalsderPrivatbesitz,undsieistnatur gemäß. Warum streitet niemandvor Gericht um den Marktplatz ? Nicht darum, weiler Gemeingut aller ist? Über Häuser dagegen oderüber Geld sehen wir ewige Verhandlungen vor Gericht-Was wir notwendig haben, das liegt alles da zumgemeinsamen Gebrauch; wir aber beobachten diesenKommunismus nicht einmal in den kleinsten Dingen.Darum hat Gott uns jene notwendigenDinge als Gemeingut gegeben, damit wirdaran lernen, auch die anderen Dinge inkommunistischer Weise zu besitzen. Aberwir lassen uns auch auf diesem Wege nicht belehren.
„Aber um auf das Gesagte zurückzukommen: Wiewäre es denkbar, daß der Reiche ein guter Menschist ? Das ist unmöglich; gut kann er nur sein, wenner anderen von seinem Reichtum mitteilt. Besitzt er