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achtete die Vorgesetzten mit übermütiger Aufgeblasen-heit , verleumdete sie mit giftiger Zunge und lebtedurch hartnäckigen Haß wechselseitig in Feindschaft.Sehr viele Bischöfe, welche die übrigen nicht nur er-mahnen, sondern ihnen auch zum Muster dienen sollten,setzten sich über die göttliche Verwaltung hinweg undwurden Verwalter des Zeitlichen; sie verließen ihrenStuhl, entfernten sich von ihrer Gemeinde, schweiftenin fremden Sprengeln umher und haschten aufMärkten nach einträglichem Handel, undwährend die Brüder in der Kirche hungerten, wolltensie Geld imUberflusse besitzen, rissen durchhinterlistige Bänke Grundstücke an sich und ver-mehrten den Gewinn, Zinsen auf Zinsenhäufend. Was verdienten wir nicht als solche fürdergleichen Sünden zu leiden“ etc.
Diese Anklage des Cyprian bestätigt vollauf dieuns aus der dem hl. Hippolytus zugeschriebenen Schriftentgegentretende Verweltlichung der damaligen Christen.Weil nun in diesem mit beißender Ironie verfaßtenBerichte von der Gründung eines späteren Papstes undin der jene Verweltlichung geißelnden Anklage desCyprian von Handel treibenden Bischöfen die Rede ist,sollen wir annehmen, die christliche Lehre der erstenJahrhunderte habe an dem Handel keinen Anstoß ge-nommen ! Es muß um eine Behauptung schlecht stehen,für deren Richtigkeit man zu solcher Beweisführunggreift. IlQay/.iaz£vräs ovx dnodeyszai d)J.d vnoÖEEOZEQOvgndvrwv rjyslzai heißt es in der Expositio fidei catholicaedes Epiphanius , Bischofs von Konstantia*); und einerlei,ob man dnods%o[.iai mit „annehmen“ oder „aufnehmen“oder mit „beifällig aufnehmen“ übersetzt, — es heißt
») Epiphanii episc. Const. opera ed Dindorf III 1, 586.Lipsiae 1861.